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Die Jahrhundertpleite

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Jens Berger 17.08.2009
1. Akt: Ein Münchner Bankhaus dreht am großen Rad

Dieser Artikel ist der erste Teil einer dreiteiligen Telepolis-Serie zum Finale des Untersuchungsausschusses zur Hypo Real Estate.

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Wie teuer die Rettung des Münchner Bankhauses Hypo Real Estate (HRE) den Steuerzahler schlussendlich kommen wird, ist schwer zu sagen. Der Staat ist bereits mit 87 Milliarden Euro in Form von direkten Bürgschaften und Kapitalspritzen involviert und das Ende des Tunnels ist noch längst nicht in Sicht. Zusammen mit den – vom Staat garantierten – Krediten aus dem Bankensystem summieren sich die Rettungskosten bereits auf 102 Milliarden Euro. Die HRE-Pleite ist damit der mit Abstand größte Sanierungsfall der deutschen Geschichte, die Folgekosten werden noch ganze Generationen belasten. Während ansonsten jede Ausgabe von Steuergeldern öffentlich und parlamentarisch diskutiert wird, fand die Entscheidung über die Vergabe von Rettungsgeldern für die HRE in einer Größenordnung, die immerhin den Landeshaushalten von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg zusammen entspricht, hinter verschlossenen Türen statt. Gab es bei der Bankenrettung wirklich keine Alternative, die für den Steuerzahler günstiger gewesen wäre?

Glaubt man den Verlautbarungen der verantwortlichen Banker und Politiker, gab es keine Alternative. Die HRE wurde ihnen zufolge vom Finanzbeben, das durch den Kollaps der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers ausgelöst wurde, mitgerissen. Sowohl die Bankenaufsicht, als auch das Finanzministerium waren demnach von der Tragweite der transatlantischen Sogwirkung komplett überrascht. Wenn überhaupt jemand die Schuld an diesem Desaster habe, so sei dies der größenwahnsinnige und gierige HRE-Chef Georg Funke. Funke passt nur allzu gut in die Rolle des Bauernopfers – ein unprätentiöser Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet, kein Mitglied der Old-Boys-Networks der Deutschland AG, schlecht vernetzt, großspurig und uneinsichtig. Ihm aber die alleinige Schuld an der Jahrhundertpleite zu geben, lenkt hingegen nur von den zahlreichen Mitschuldigen ab.

Die Finanzmarktpolitik hat genau die Vorraussetzungen gefördert, die der HRE das Genick brachen. Die Bankenbranche wurde durch die HRE-Rettung auf Kosten der Steuerzahler saniert. Die Finanzmarktaufsicht hat im besten Falle geschlafen. Wer die Jahrhundertpleite verstehen will, der muss seinen Blick auf die Zeit vor dem dramatischen Rettungsgipfel im Herbst 2008 richten. Die dramatische Schieflage war nur die Eruption einer Kette von Ereignissen, die bereits in den turbulenten Jahren nach der Wiedervereinigung ihren Anfang nahmen…..

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Written by mohart

17. August 2009 um 12:40

Veröffentlicht in Wirtschaft

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