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Anne Will und die Inszenierung des Afghanistan-Krieges

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Von Folker Hoffmann

Vorgestern, in der sonntäglichen Märchenstunde bei Anne Will, sollte dem Volk, das durch herbeigekarrte Claqueure repräsentiert wurde, mal wieder die Notwendigkeit des unter deutscher Beteiligung geführten Afghanistan-Krieges erklärt werden.

Kriegsminister Jung, peinlichst darauf bedacht bloß nicht den Begriff Krieg die Runde machen zu lassen, will auch weiter deutsche Soldaten in Afghanistan verheizen, obwohl er die Ansicht äußerte:

„Wenn wir nur auf’s Militärische setzen, werden wir nicht gewinnen„.

Vielmehr hatte er nicht beizutragen. Aber schon damit war er überfordert, und der ihm als Argumentationshilfe zur Seite gestellte Militarist, Michael Wolffsohn, von der Universität der Bundeswehr München, machte klar, wo es langzugehen hat:

„Es ist ein Krieg […] und insofern muss die Öffentlichkeit – das ist die Aufgabe politischer Steuerung – schrittweise daran gewöhnt werden.“

Wolffsohn hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Aufgabe der Politik besteht darin das Volk zu manipulieren. Und zwar scheibchenweise. Fällt dann auch nicht so auf. In wessen Auftrag? Klar doch, im Auftrag der „kapitalen“ Finanzobrigkeit, an deren Fäden Politiker ihre Rolle spielen dürfen.

Kein Wort in der Märchenrunde worum es in Afghanistan eigentlich geht. Scholl-Latour durfte nicht, Gysi ist dem Wahlkampf verpflichtet und so wurde belanglos weitergeplätschert. Die Wahlen in Afghanistan waren, wenn man dem deutschen Kriegsminister Glauben schenken darf, unendlich demokratisch, und die Stellung der afghanischen Frauen habe sich ebenso unendlich verbessert. Die Bundeswehr in Afghanistan als Befreier der afghanischen Frauen. Klein-Erna hätte es nicht besser sagen können. Genau dies ist der Schwachsinn der dem Volk verklickert wird, mit vagen Hinweisen auf „unsere“ Sicherheit versehen, die am Hindukusch verteidigt würde und blablabla… Die Claqueure dankten hingebungsvoll – bei so viel versprühter Weisheit – mit kräftigem Beifall, und verabschiedeten sich in die innere Leere.

Ach ja, da waren noch die nicht zu fehlenden Hinweise auf den 11. September. Also der Tag an dem wir alle Amerikaner wurden. Der Anschlag wäre ja von Afghanistan ausgegangen, tönte der Kriegsminister, obwohl die Welt inzwischen wissen müsste, dass Bin Laden bis zum 11.09. für die USA gearbeitet hat. Etwas zu wissen, gehört aber nicht zur Rolle eines Kriegsministers. Wo kämen wir da hin? Und gerade Jung. Der glaubte auch an die Mär von jüdischen Vermächtnissen an die CDU.

Kein Wort darüber, dass es sich in Afghanistan, sowie anderen von der NATO und den USA mit Kriegen überzogenen Staaten, um ein neoliberales, kapitalistisches Projekt handelt, das keine andere Gesellschaftsform als die eigene neben sich duldet. Dazu gehört eben auch der „legitimierte“, weltweite Ressourcenklau, der ein Vorrecht der privaten internationalen Hochfinanz, sowie des privaten Kapitals ist. Und das sich daran nichts ändert, dafür werden eben auch deutsche Soldaten in Afghanistan verbraten.

Merke:

Kriege werden viel mehr gemacht, als sie entstehen – wer da mit magischen Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege – und wenig zu verlieren. Kurt Tucholsky

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Written by mohart

25. August 2009 um 18:36

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