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Französischer General übernimmt NATO-Schlüsselposition

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Frankreich wird mit der Übergabe des Befehls über das Allied Command Transformation für seine Reintegration in die NATO belohnt, gerät aber gleichzeitig stärker unter US-Einfluss.

Von Mark Abramson
STARS AND STRIPES, 07.09.09
( http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=64618 )

Frankreichs Wiedereingliederung in die militärische Kommandostruktur der NATO wird als Erfolg der Bemühungen der Vereinigten Staaten gefeiert, ihre Verbündeten zu höheren Verteidigungsausgaben zu veranlassen und die militärische Kooperation zwischen Frankreich und den USA zu verbessern.

Die Wiedereingliederung bedeutet auch, dass die Franzosen den Befehl über das einzige NATO-Kommando übernehmen werden, das sich nicht in Europa, sondern in Nordamerika befindet, und zwar über des Allied Command Transformation / ACT in Norfolk, Virginia. (Informationen dazu s. http://www.act.nato.int/ und http://de.wikipedia.org/wiki/Allied_Command_Transformation )

Dieses Kommando habe bisher immer einem amerikanischen General unterstanden, teilte ein Sprecher der Allianz mit.

Frankreich war 1966 (unter Staatspräsident de Gaulle) aus der militärischen Integration der NATO ausgeschieden, hat sich aber in diesem Jahr (beim Doppelgipfel in Strasbourg und Baden-Baden) wieder voll in das Bündnis integriert.

General Stéphane Abrial, der Generalstabschef der französischen Luftwaffe, wird ACT von James Mattis, einem General der US-Marines übernehmen – während einer Zeremonie die am Mittwoch auf dem Flugzeugträger „USS Dwight D. Eisenhower“ stattfindet.

„Weil Frankreich seine Streitkräfte wieder voll in die NATO integriert hat und jetzt schon zwei NATO-Kommandos befehligt – besonders das in Norfolk – haben die Vereinigten Staaten, einen Partner gewonnen, der mit ihnen die
Modernisierung der Streitkräfte aller Mitgliedsstaaten vorantreiben wird,“ sagte Justin Vaisse, ein führender Repräsentant der Brookings Institution (eines US-Think Tanks in Washington, s. auch http://www.brookings.edu/ ).

Bereits im Juli hatte Frankreich den Befehl über das Joint Command der Allianz in Lissabon, Portugal, übernommen, das für die Piraten-Bekämpfung und andere Missionen des Bündnisses zuständig ist.

„Eine französischer General wird jetzt eine Position übernehmen, die bisher immer einem US-General vorbehalten war und auch noch in den Vereinigten Staaten angesiedelt ist; das ist schon bemerkenswert,“ sagte NATO-Sprecher James Appathurai zu der Kommandoübergabe beim ACT.

„Bisher wurde angenommen, Frankreich wolle eher die Europäische Union als die NATO stärken, das hat sich jetzt, glaube, ich erledigt.“

Appathurai bezeichnete das ACT als eins von zwei Spitzenkommandos der Allianz. Zu den Aufgaben des ACT gehöre auch die Entwicklung von Technologien und Methoden, mit der die am Straßenrand installierten Sprengfallen in Afghanistan ausgeschaltet werden können. Appathurai fügte hinzu, er glaube nicht, dass die Übergabe des Kommandos über ACT an Frankreich die Rolle der Vereinigten Staaten in der NATO schmälern werde.

(Die beiden Spitzenkommandos der NATO sind das Allied Command Transformation / ACT bei Norfolk in den USA und das Allied Command Operations / ACO bei Mons in Belgien. ACT ist zuständig für die Reorganisation und die Strategie des Bündnisses, ACO leitet alle Militäreinsätze und sonstigen Operationen der Allianz.)

nato-kommandostruktur

„Die Macht einzelner Mitglieder innerhalb der NATO ist nicht an der Anzahl der übertragenen Kommandos abzulesen. … Sie hat aber symbolische Bedeutung,“ sagte Vaisse.

Vaisse meinte, der stärkere Einfluss Frankreichs in der NATO und besonders bei ACT könnte mithelfen, Staaten wie Italien, Spanien, Tschechien und die anderen osteuropäischen NATO-Mitglieder zu höheren Verteidigungsausgaben und zur (schnelleren) Anpassung ihrer Streitkräfte zu veranlassen.

Auch Offizielle des U.S. European Command / EUCOM (in Stuttgart) sehen Frankreichs Wiedereingliederung in einem positiven Licht.

„Wir haben schon bisher bei vielen Missionen und Militärübungen mit den französischen Streitkräften zusammengearbeitet,“ teilte uns EUCOM-Sprecher Lt. Cmdr. (Oberleutnant zur See) Taylor Clark in einer E-Mail mit. „Afghanistan ist ein gutes Beispiel dafür. Die Wiedereingliederung (Frankreichs) wird unsere Möglichkeiten zu gemeinsamem Training in Zukunft aber noch verbessern.“

Quelle: luftpost-kl.de

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Written by mohart

15. September 2009 um 12:08

Veröffentlicht in Terror / Krieg

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