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Landstuhler Pflegepersonal wegen intensiverer Kämpfe in Afghanistan sehr beschäftigt

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Im Regional Medical Center auf dem Kirchberg bei Landstuhl, dem größten US-Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten, treffen in letzter Zeit immer mehr Verwundete aus Afghanistan ein.

Von Seth Robson
STARS AND STRIPES, 13.11.09
( http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=66065 )

LANDSTUHL, Deutschland – An einem verregneten kalten Morgen wurden vor dem Landstuhl Regional Medical Center / LRMC haltenden Bussen etwa 20 verwundete Soldaten ausgeladen.

Landstuhl Regional Medical Center (Foto: Wikipedia)

Einige konnten gehen. Andere lagen auf Tragbahren und waren in grüne Decken gehüllt, die sie auf dem langen Flug von Afghanistan (zur benachbarten US-Air Base Ramstein) gewärmt haben. Als das Krankenhaus-Personal die Verwundeten aus den Bussen auslud, trübte sich die Stimmung ein – wie schon so oft in letzter Zeit.

„Na, ‚Devil DOG‘ (Teufelskerl), wie fühlst du dich?“ fragte ein Mitarbeiter, als er einen Marineinfanteristen mit sandfarbenem Haar durch die Eingangstür des Krankenhauses schob.

Die Anzahl der Soldaten, die bei Kämpfen in Afghanistan verwundet wurden und im Krankenhaus (auf dem Kirchberg bei Landstuhl) behandelt werden, ist während der letzten drei Monate stark angestiegen. Die Ärzte im Landstuhler Hospital – der ersten Station für die im Kampfgebiet Verwundeten – haben im August 163, im September 152 und im Oktober 109 Soldaten mit Kampfverletzungen behandelt.

Der Anstieg erfolgte in den Monaten, die für die in Afghanistan kämpfenden Truppen der Koalition und der NATO die verlustreichsten waren. Nach Angaben der unabhängigen Website http://icasualties.org/oif/ gab es im August mit 72 Toten die bisher höchsten Verluste; im September wurden 61 und im Oktober 62 Soldaten getötet.

„In den letzten Monaten hatten wir eindeutig mehr zu tun als in den sechs bis neun Monaten vorher,“ sagte Dr. Raymond Fang, der Chefarzt der Chirurgie im Rang eines Lt. Col. (eines Oberstleutnants) der Air Force.

Im August dieses Jahres gab es bei Kämpfen in Afghanistan die meisten Verwundeten in einem Monat seit Beginn des Krieges im Jahr 2001. Trotzdem ist das Pflegepersonal noch nicht so stark beschäftigt wie bei den intensivsten Kämpfen im Irak – zu Beginn der „Surge“ (der Welle von Truppenverstärkungen) und bei den Kämpfen um Falludscha. Als die „Surge“ im Mai 2007 begann, wurden in Landstuhl 326 Verwundete stationär behandelt, und während des ersten Angriffs auf Falludscha im Jahr 2004 waren mit mehr als 400 im April und etwa 500 im November die meisten Verwundeten in stationärer Behandlung.

Die Taliban haben eine Taktik der irakischen Aufständischen übernommen und setzen jetzt ebenfalls primitive, aber sehr wirkungsvolle improvisierte Sprengkörper ein. Durch Sprengfallen am Straßenrand sei die Anzahl der in Afghanistan Verwundeten stark angestiegen, teilte Fang mit.

„Die Bomben verursachen vielfältige Körperschäden – durch der Druckwelle hervorgerufene Verletzungen, Brandwunden und Splitterverwundungen,“ erklärte er.

Das Team für allgemeine Chirurgie habe deshalb die Hauptlast zu tragen, sagte Fang. Diese Chirurgen, die erfahren in der Versorgung von Wunden seien, könnten in Zusammenarbeit mit Spezialisten die unterschiedlichen Verletzungen behandeln. Die Chirurgen müssen in den letzten Monaten zwar mehr Zeit in den in den Operationssälen verbringen aber Fang und sein Team sind so geübt, dass sie auch den Zuwachs an Verwundeten bewältigen können.

Der in seinem Krankenbett sitzende Capt. (Hauptmann) Chad Marzec erholt sich von einer Operation an seinem linken Knöchel, bei der eine Schusswunde gesäubert und geschlossen wurde. Der Pilot eines Kiowa-Kampfhubschraubers (vom Typ Bell OH-58) leistete Luftunterstützung für Soldaten vom 2nd Battalion des 12th Infantry Regiment, die Anfang November im Pech Valley in der afghanischen Provinz Kunar auf Patrouille waren.

Nach einem Treffen mit Dorfältesten durchschritten fast zwei Dutzend-Soldaten die Mitte des Tales, als sie in einen Hinterhalt gerieten. Die Soldaten gingen hinter einer nahen Steinmauer in Deckung, erwiderten das Feuer und forderten den Feuerschutz eines Hubschraubers und Mörserunterstützung von einer nahe gelegenen Basis an.

„Unter Beschuss geratene Kameraden hören sich immer gestresst an, auch wenn sie versuchen, ruhig zu bleiben,“ sagte Marzec. „Und im Hintergrund hört man die Schüsse.“

Der Hubschrauber stieß mehrmals herab, um Feuerschutz zu geben; bei einem der Anflüge durchschlug eine Kugel das Cockpit, verfehlte den Piloten und traf Marzec an der Rückseite des linken Knöchels. Das geschah nur wenige Tage, bevor er aus Afghanistan nach Hause zurückzukehren sollte.

Die Soldaten konnten sich aus dem Gefecht freikämpfen.

„Man könnte sagen, dass ich Pech gehabt habe. Aber ich hatte Glück, weil ich nicht schlimmer getroffen wurde ,“ sagte Marzec, der völlig genesen wird.

Marzec äußerte, die Anzahl der Patrouillenflüge sei nicht angestiegen. Er flog durchschnittlich vier Unterstützungsmissionen pro Woche.

Aber er wusste, dass in diesem rauen Terrain im östlichen Afghanistans mit seinen vielen Höhlen und Felsen, in denen sich die feindlichen Kämpfer verbergen können, viele Gefahren lauern.

„Es gibt mehr gefährliche als ungefährliche Gebiete,“ sagte er, „und das war eine besonders heimtückische Stelle.“

Quelle und Übersetzung: luftpost-kl.de, Wolfgang Jung

Zur Nutzung des LRMC in den völkerrechts- und verfassungswidrigen US-Angriffskriegen siehe auch: http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_06/LP07006_240706.pdf und http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP15808_050908.pdf

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Written by mohart

19. November 2009 um 12:05

Veröffentlicht in Terror / Krieg

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