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Und der Staat, ist der loyal?

Die Forderung nach einem Treueschwur in Israel weist bedenkliche Ähnlichkeiten mit den Forderungen auf, die in Mussolinis Italien erhoben wurden

Neve Gordon

Vor einigen Wochen demonstrierten hunderte Studenten vor dem Verwaltungsgebäude der Ben-Gurion-Universität. Etwa ein Drittel protestierten gegen die Entscheidung der Regierung, die Hilfsflotte anzugreifen, während die anderen zwei Drittel die Regierung unterstützten. Irgendwann begannen die pro-Regierungs-Demonstranten zu skandieren: „Keine Staatsbürgerschaft ohne Loyalität!“

Loyalität ist zweifelsohne eine wichtige Beziehungsform sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich, betrachtet man aber ihre genaue Bedeutung im israelischen Kontext, kommt ein beunruhigender Prozess zu Tage, in dem das demokratische Verständnis von Politik auf den Kopf gestellt wird.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Avigdor Lieberman wollen, dass wir als israelische Staatsbürger unsere Loyalität zu der Fahne dadurch unter Beweis stellen, dass wir eine Politik der Unterdrückung und Demütigung unterstützen. Wir müssen uns für die Trennungsmauer in Bi´lin und anderen Orten in der gesamten West Bank einsetzen. Wir müssen die brutale Zerstörung von nicht anerkannten Beduinendörfern verteidigen, und den fortgesetzten Landraub in Israel und in den okkupierten palästinensischen Territorien. Wir müssen die Kontrollstellen und die stillschweigende Verlagerung in Ostjerusalem unterstützen. Es wird auch von uns erwartet, unsere Häupter zu beugen und zu schweigen, wann immer Minister, Knessetabgeordnete und öffentliche Funktionäre rassistische Stellungnahmen gegen arabische Bürger von sich geben. Wir sind verpflichtet, die Gefangenhaltung der 1,5 Millionen Bewohner des Gazastreifens abzusegnen.

Durch das Gebrüll auf der letzten Demonstration wurde mir klar, dass ich niemals in der Lage sein werde, diese verheerend kurzsichtige Form von Loyalität zu akzeptieren. Ich weigere mich, einer Politik der Demütigung, des Rassismus und der Diskriminierung gegenüber loyal zu sein. Dennoch ist Loyalität eine wichtige Angelegenheit, die dringend diskutiert werden muss, da auf jeden Fall eine starke Beziehung zwischen Staat und Loyalität besteht. Die drängenden Fragen, die behandelt werden müssen sind: Was ist die Bedeutung von Loyalität? Und wer soll wem gegenüber loyal sein?

Überraschenderweise ist die Antwort auf diese Fragen nicht besonders schwierig. Gemäß der republikanischen Tradition ist an erster Stelle der Staat verpflichtet, loyal seinen Bürgern gegenüber zu sein und wird verantwortlich gemacht für Ungerechtigkeiten und Unrecht. Wir hingegen beobachten zur Zeit eine völlige Verdrehung der republikanischen Beziehung zwischen Staat und Loyalität und an deren Stelle die Übernahme eines proto-faschistischen Zugangs.

Die vielleicht beunruhigendste Eigenschaft dieses Trends ist, dass dieser auf allen Ebenen der israelischen Gesellschaft um sich greift. Von den laufenden Attacken gegen israelische Menschenrechtsorganisationen, angeführt von NGO Monitor und Im Tirzu, über die Reaktion der Polizei auf die friedlichen Proteste in Sheik Jarrah bis zu der McCarthyistischen Atmosphäre im Bildungsausschuss der Knesset erlebt man, wie Elemente in der Zivilgesellschaft, in der Exekutive und in der Legislative allesamt nach einer Logik ähnlich derjenigen arbeiten, die Mussolinis Italien geprägt hat. Alle diese Elemente erwarten, dass Bürger dem Staat die Treue schwören, ungeachtet der Politik der Regierung.

Da die Loyalität ein wesentlicher Bestandteil der Politik ist, müssen wir uns anstrengen, um zu erreichen, dass der Ruf nach Loyalität den Anforderungen an eine demokratische Logik entspricht und nicht einer faschistischen. Wir müssen fordern, dass der Staat allen seinen Bürgern gegenüber loyal ist, ohne Ansehen von Rasse, Farbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Besitz oder Geburt.

Ein Staat, der loyal zu seinen Bürgern steht, behandelt nicht Juden und Araber unterschiedlich, enteignet nicht das Land von Moslems und Christen, demütigt und trampelt nicht auf den niederen Klassen herum und unterdrückt nicht brutal die Palästinenser in den okkupierten Territorien. Ein Staat dieser Art schützt das Recht eines jeden und aller Bürger und wird auch keine Loyalität einzufordern brauchen, weil er diese auf dem Silbertablett bekommen wird.

Ja, auch ich verstehe, wie wichtig Loyalität ist. Die angebrachte Losung ist allerdings nicht „Keine Staatsbürgerschaft ohne Loyalität!“ sondern „Loyalität jedem Bürger gegenüber!“

Erschienen am 19. August 2010 auf > http://www.antiwar.com > http://original.antiwar.com/neve-gordon/2010/08/18/and-the-state-is-it-loyal/
Neve Gordon lehrt Politikwissenschaft an der Ben-Gurion Universität und ist der Verfasser von Israel’s Occupation. > Neve Gordons Website.

Die Weiterverbreitung der Texte auf dieser Website ist durchaus erwünscht. In diesem Fall bitte die Angabe der Webadresse http://www.antikrieg.com nicht zu vergessen!

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23. August 2010 at 22:25

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Israel bereitet den Weg zum Töten per Computer

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Jonathan Cook

Es wird “Spot and Shoot” ( Erkenne und schieße!) genannt. Der Operateur sitzt vor einem Fernseh-Monitor, von dem aus man die Aktion mit einem Playstation-artigem Joystick (Steuerstock) kontrollieren kann. Das Ziel ist: zu töten.

„Gespielt“ wird dies von jungen Frauen, die in der israelischen Armee dienen.

Spor and shoot, wie es von der israelischen Armee genannt wird, mag wie ein Videospiel aussehen, die Figuren auf dem Schirm sind aber wirkliche Menschen – Palästinenser im Gazastreifen – die mit dem Druck auf einen Knopf am Joystick getötet werden können.

Die Soldatinnen, die weit weg ( von diesen Menschen) in einem Operationsraum sitzen, sind verantwortlich fürs Zielen und Abschießen der aus der Ferne kontrollierten Maschinengewehre, die in einem der Beobachtungstürme alle paar hundert Meter entlang des Elektrozauns stehen, der den Gazastreifen umgibt.

Das System ist eines der letzten Geräte für „Entferntes Töten“, die von Israels Rafaels Rüstungskompanie entwickelt wurde, der früheren Waffenforschungsdivision der israelischen Armee. Jetzt ist es eine separate Regierungsfirma.

Nach Giora Katz, Rafaels Vizepräsident, ist die aus der Ferne kontrollierte militärische Hardware wie „Spot and Shoot“ die Waffe der Zukunft. Er erwartet, dass innerhalb eines Jahrzehnts wenigstens ein Drittel der Maschinen, die von der israelischen Armee benützt werden, um Land, Luft und Wasser zu kontrollieren, unbemannt ist.

Der Wunsch nach solchen Geräten ist zum einen durch eine geringere Rekrutierung von Soldaten angefacht worden und zum anderen dadurch , dass die Bevölkerung weniger bereit ist, im Kampf den Tod zu riskieren, gibt das Militär zu.

Oren Berebbi, Chef der Technologiebranche, sagte vor kurzem einer amerikanischen Zeitung: „Wir versuchen jetzt überall auf dem Schlachtfeld, mit unbemannten Fahrzeugen auszukommen … wir können immer mehr Aufträge erfüllen, ohne das Leben von Soldaten zu gefährden.“

Der schnelle Fortschritt mit dieser Technologie hat bei der UN Alarm ausgelöst. Philip Alston, ihr Sonderberichterstatter über außergerichtliche Tötungen warnte letzten Monat vor der Gefahr, dass eine „Play-Station-Mentalität zum Töten“ sich schnell entwickeln könnte.

Doch nach Analytikern ist es unwahrscheinlich, dass Israel sich von der Hardware abwendet, die sie gerade entwickelt – und dabei die besetzten palästinensischen Gebiete, besonders den Gazastreifen als Testlabor benützt.

Aus der Ferne kontrollierte Waffensysteme werden von unterdrückerischen Regimen und der expandierenden Sicherheitsindustrie rund um den Globus verlangt.

Diese Systeme sind noch im Anfangsstadium der Entwicklung, aber es gibt für sie einen großen und wachsenden Markt,“ sagt Shlomo Brom, ein General im Ruhestand und Verteidigungsanalytiker am Institut der nationalen Sicherheits-Studien an der Tel Aviver Universität.

Das Spot und Shoot-System – offiziell als Sentry-Tech – hat vor allem deshalb große Anziehungskraft, weil es von 19/20jährigen Soldatinnen bedient wird. Es wird so zum einzigen Waffensystem, das nur von Frauen operiert wird.

Soldatinnen werden bevorzugt, diese Geräte des entfernten Tötens zu bedienen, weil es in Israels Kampfeinheiten einen Mangel an Rekruten gibt. Junge Frauen können diese Aufgaben erfüllen, ohne dass das soziale Tabu, ihr Leben zu riskieren, gebrochen wird, sagt Herr Brom.

Die Frauen sollen jeden, der sich dem Zaun rund um Gaza verdächtig nähert, identifizieren und – wenn autorisiert von einem Offizier – ihn mit ihrem Joystick exekutieren.

Die israelische Armee, die diese Technologie entlang Israels anderen Konfrontationslinien einzuführen plant, weigert sich, zu sagen, wie viele Palästinenser im Gazastreifen schon durch diese ferngesteuerten Maschinengewehre getötet worden sind. Nach den israelischen Medien jedoch glaubt man, dass es mehrere Dutzend sind.

Das System wurde vor zwei Jahren allmählich zur Überwachung eingeführt, die Operateure sind aber erst seit kurzem in der Lage, damit zu schießen. Die Armee gab zu, im Dezember Sentry Tech angewendet zu haben und damit wenigstens zwei Palästinenser mehrere hundert Meter innerhalb des Zaunes getötet zu haben.

Haaretz, der selten Zugang zu einem Sentry Tech Kontrollraum gegeben wurde, zitierte einen Soldaten Bar Keren,20, der letzte Woche sagte: „Es ist sehr verführerisch, derjenige zu sein, der dies tut. Aber nicht jeder möchte diese Arbeit tun. Es ist keine einfache Sache, einen Joystick wie diesen von einer Sony Play-Station zu nehmen und zu töten. Aber letzten Endes ist es ja zur Verteidigung.“

Audio-Sensoren auf den Türmen bedeuten, dass die Frauen den Schuss hören, der das Ziel tötet. Keine Frau hat bis jetzt ihre Aufgabe des Schießens auf „belastete“ Palästinenser verfehlt. Das israelische Militär, das ein nicht gekennzeichnetes Niemandsland innerhalb des Zaunes festlegt und das ca. 300 Meter weit in die schmale Enklave hineinragt, ist von vielen Seiten kritisiert worden, da es auf Zivilisten in der militärisch „geschlossenen“ Zone das Feuer eröffnet.

Von der Fa. Rafael wird berichtet, dass sie eine Version des Sentry Tech entwickelt, das Raketen auf größere Entfernungen abfeuern kann.

Etwas anderes wurde kürzlich für die israelische Armee entwickelt: ein gepanzerter Roboterwagen, der ein Gebiet mit 80km/h kontrollieren, durch Städte fahren, Überfälle ausführen und auf Ziele schießen kann. Er patrouilliert jetzt die israelische Grenze mit Gaza und dem Libanon. Die israelischen Entwickler, G-nius, haben ihn den ersten „Robotersoldaten“ genannt.

Israel ist am besten für seine Rolle bekannt, „unbemannte Flugapparate“ zu entwickeln – oder Drohnen, wie sie jetzt bekannt geworden sind. Ursprünglich waren sie fürs Spionieren gedacht und zuerst von Israel über dem Süden des Libanon in den frühen 80er-Jahren benützt worden. Heute werden sie zunehmend für außergerichtliches Töten aus großer Höhe (Tausende Fuß )verwendet.

Übersetzung: Ellen Rohlfs
Original: The National (Abu Dhabi) July 13, 2010; http://www.thenational.ae

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10. August 2010 at 21:56

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Israels Wegbereiter in den USA: Wie Elie Wiesel die Lüge aufrecht erhält

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AUTOR: Esam AL-AMIN عصام الامين

Übersetzt von Ellen Rohlfs

Wiesel ist einfach “ein schrecklicher Schwindler”
Noam Chomsky

Immer wieder beginnen Israels Wegbereiter in den USA mit einer öffentlichen Kampagne, um so viel wie möglich politischen Druck auf US-Politiker auszuüben. Elie Wiesel, ein Holocaustüberlebender und Nobelpreisträger (1986), ist einer jener Apologeten, die Israel beschäftigt, wenn es in Nöten ist.

Wiesels skandalöse Geschichte, indem er das Leiden einiger zugunsten anderer abtut, ist gut dokumentiert. Der verstorbene Historiker Howard Zinn nannte Wiesels Verweigerung, das Leiden von Nichtjuden unter den Nazis im Holocaust-Museum bei einer Ausstellung, die das jüdische Leiden dokumentiert, einzuschließen, einen der „schändlichsten Momente“ aus letzter Zeit. Bei dieser Episode beschrieb Wiesel die Aufnahme des schrecklichen Leidens von Nicht-Juden durch die Nazis im Museum als einen Versuch, die „Realität zu verfälschen“ und dass solche Aufrufe einem „Stehlen des Holocaust von uns“ gleichkäme.

Vor zwei Monaten war Wiesels Name auf einer ganzseitigen Anzeige in der New York Times, mit der er grauenhafte und tödliche Aktionen gegen den Iran wegen seines Nuklear-Programmes fordert [S. KASTEN 1 UNTEN]. Am 18. April kam ein von Wiesel unterstütztes Inserat in mehreren prominenten US-Tageszeitungen, einschließlich der NYT und der Washington Post, wobei das Jerusalemproblem aufgegriffen wird [S. KASTEN 2 UNTEN]. . Der Grund: der öffentliche Knatsch zwischen der Obama-Regierung und der Netanjahu-Regierung.

Da man sich kaum denken kann, dass Wiesel die Fakten nicht kennt, war die Anzahl der bewussten Lügen und der irreführenden Information in dem Inserat erstaunlich. Er behauptete, dass Jerusalem „dem jüdischen Volk gehört“, während er die islamischen und christlichen Dimensionen abweist. Seine Begründung war, dass Jerusalem in der Torah „mehr als 600 mal“ erwähnt wird, während es im „Koran nicht ein einziges Mal“ genannt wird. Solch ein ignorantes Statement zeigt nicht nur eine vollkommene Wissenslücke – die islamischen Schriften betreffend – auf, sondern auch eine Verdrehung der Geschichte.

Indem er allein die Anzahl der Erwähnungen in den heiligen Schriften erwähnt, legt dies die Leere von Wiesels Argumentation offen. Ist es für den Ort Mekka, dem heiligsten Ort im Islam von Bedeutung, wenn es nur einmal im Koran erwähnt wurde? Außerdem werden die historischen Figuren der Bibel wie Moses, Aaron, Maria und Jesus im Koran 136, 20, 34, bzw. 25 mal erwähnt, während Mohamed nur fünfmal mit Namen genannt wird. Was beweist dies? Doch Wiesel ignoriert praktisch, welche Bedeutung in der islamischen Doktrin die Reise des muslimischen Propheten nach Jerusalem hat, wo er in der Al-Aqsa-Moschee betete – ein Ereignis, das nicht nur lebendig in den islamischen Schriften erwähnt wird, sondern jedes Jahr von den Muslimen rund um die Welt seit 1400 Jahren gefeiert wird.

Wiesel ignoriert nicht nur die Geschichte und das internationale Recht, sondern verbreitet auch die Lüge, dass Israel 1967 angegriffen wurde, um die Besatzung von Jerusalem und anderem arabischen Land zu rechtfertigen. Indem Israels Aggression im Juni 1967 beschrieben wird, deklariert die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats „die Unzulässigkeit von gewaltsamer Aneignung von Land“, und ruft zu vollkommenem Rückzug Israels aus dem vor kurzem besetzen arabischen Land auf. Im Mai 1968 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 252, die das Versäumnis von Israels Einwilligung in das internationale Recht beklagt und in Erwägung zieht, dass alle legislativen und administrativen Maßnahmen und Aktionen, die von Israel unternommen wurden, einschließlich der Enteignung von Land und Besitz, die den rechtlichen Status von Jerusalem zu verändern versuchen, ungültig sind und diesen Status nicht verändern kann.

Wiesel, der die Realität nicht kennt, behauptet fälschlicherweise, dass „Juden, Christen und Muslime das erste Mal in der Geschichte freien Zugang zu ihren heiligen Stätten haben.“ Aber die Realität des palästinensischen Lebens ist, dass Israel jedem Mann unter 50 das Beten in der Al-Aqsa-Moschee oder im Felsendom verbietet. Diese diskriminierende Politik ist seit Jahren in Kraft und wird durch über 500 israelische Militärkontrollpunkte überall in der Westbank, durch eine Apartheid-ähnliche Kontrolle aller Aspekte des palästinensischen zivilen Lebens ermöglicht. Vor kurzem hielt der Historiker Professor Walid Khalidi vor der UN eine bemerkenswerte Rede über Jerusalems Geschichte, in der er seine islamischen und christlichen Wurzeln aufzeichnete und die brutale zionistische Politik der Diskriminierung und der Ausschließung aufdeckte.

In seinem Vortrag stellte Khalidi fest, dass „israelische Kolonisierung in und rund um Ost-Jerusalem die geostrategische Kontrolle, die demographische Vorherrschaft, den psychologischen Druck, den wirtschaftlichen und sozialen Bruch, die doktrinale Bestätigung, die religiöse Erfüllung und territoriale Ausdehnung zum Ziel hat.“ Also war das wirkliche Ziel von Wiesels Inserat, den Druck von Obamas Regierung und der internationalen Gemeinschaft gegenüber Israel zu lindern, um ihm die Zeit zu geben, die es benötigt, seine Kolonisierungspläne zu vollenden.

Israels anhaltende Versuche, in Jerusalem neue Fakten vor Ort zu schaffen, indem es die arabischen Bewohner (Muslime wie Christen) zugunsten der jüdischen Siedler vertreibt, ist gut dokumentiert. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem berichtet, dass es das primäre Ziel der israelischen Regierung sei, in Jerusalem eine „demographische und geographische Situation zu schaffen, die jeden zukünftigen Versuch, Israels Herrschaft über die Stadt herauszufordern, vereitelt.“ Sie listet die verschiedenen Methoden auf, die angewandt wurden, um dieses Ziel zu erreichen, einschließlich der Politik institutionalisierter Diskriminierung, Enteignung und Schikanen. Rabbiner Brant Rosen von Evanston, präsentiert auch ein spannendes in Israel produziertes Video, das die systematische, diskriminierende und brutale Politik der israelischen Regierung dokumentiert. So viel zu Wiesels falscher Erklärung zur Möglichkeit der Palästinenser, dass sie ihr Haus überall in der Stadt bauen könnten.

Außerdem verloren nach Ziad Hammouri, dem Direktor des Jerusalemzentrums für soziale und wirtschaftliche Rechte, mehr als 30 000 Palästinenser in Jerusalem in den letzten 20 Jahren ihre Wohnrechte. Rund 165 000 Leute wohnen außerdem östlich der Trennungsmauer, die Jerusalem von der Westbank trennt. Anfang April dieses Jahres verkündete die israelische Militärbehörde in der Westbank, dass in der nahen Zukunft mehr als 70 000 Palästinenser aus ihren Häusern in der Westbank und Jerusalem deportiert werden, weil „Sie keine Wohnrechte haben.“


Elie Wiesel demonstriert gegen Präsident Ahmadinejad bei der UNO in Genf am 20. April 2009

Wiesels Geschichte, Israels aggressive Politik zu rechtfertigen, ist lang und umfangreich.

Schon 1948 arbeitete Wiesel als Journalist für die zionistische Terroristengruppe (wie sie von den Briten bezeichnet wurde) Irgun. Er kennt die Details des berüchtigten Deir Yassin-Massakers an unschuldigen Palästinensern (als auch von anderen Massakern), die von seiner Organisation begangen wurden, die damals von Menahem Begin und Yitzak Shamir geleitet wurde.

Er behauptet noch immer, dass Hunderttausende Palästinenser 1948 freiwillig ihre Häuser verlassen haben und ignoriert dabei den überwältigenden Beweis, der nicht nur in Dutzenden von UN-gesponserten Berichten und in Zeugenaussagen von Hunderttausenden von Palästinensern existiert, sondern auch von Beweisen, die von Israels „neuen Historikern“ wie Ilan Pappe und Benny Morris ausfindig gemacht wurden. Wiesel besteht darauf, öffentliche Entschuldigungen für Verbrechen an Juden zu fordern, aber niemals drückt er irgendein Mitgefühl für Brutalitäten gegenüber den Palästinensern aus. Wiesel sagte einmal öffentlich:

„Ich unterstütze Israel – Punkt. Ich identifiziere mich mit Israel – Punkt. Ich greife Israel nie an und kritisiere es nicht.“

Heuchelei im Überfluss: Wiesel stand 1986 während der Verleihung des Friedens-Nobel-Preises vor der Welt und sagte: „Die Welt wusste und schwieg. Deshalb schwor ich, niemals zu schweigen, egal wo Menschen Leiden und Demütigung durchmachen. Wir müssen immer Partei ergreifen.“

Gewiss ergreift er Partei, indem er den Unterdrücker preist und das Opfer verurteilt, indem er schweigt und der Brutalität den Weg bereitet und den Ausschluss/ Vertreibung rechtfertigt – trotz des täglichen Leidens und der Demütigung der Palästinenser.

IRAN OPEN LETTER 2:

As published in The New York Times on February 7, 2010 and The International Herald Tribune on February 9th, 2010:

DEAR PRESIDENT OBAMA, PRESIDENT SARKOZY, PRESIDENT MEDVEDEV, PRIME MINISTER BROWN AND CHANCELLOR MERKEL,

HOW LONG CAN WE STAND IDLY BY AND WATCH THE

SCANDAL IN IRAN UNFOLD?

We the undersigned urgently appeal to you and the other leaders of the world, to use your prestige and power to put an end to this outrage. The situation in Iran is not improving; in fact, it is worsening every day. The cruel and oppressive regime of “Supreme Leader” Ali Khamenei and President Ahmadinejad, whose irresponsible and senseless nuclear ambitions threaten the entire world, continues to wage a shameless war against its own people. Human rights violations have now attained new levels of horror. Thousands of the regime’s political adversaries are being arrested, imprisoned, tortured, raped, and killed, many by hanging. Seyed Ali Mousavi, nephew of the opposition leader Mir Hossein Mousavi, has been assassinated. Former Foreign Minister Ibrahim Yazdi is among the detained. Human rights activist Emad Baghi and so many other dissidents are behind bars. The Basij militia and police continue to fire indiscriminately on unarmed, peaceful demonstrators. According to the press, riot tanks have appeared in the capital.

And yet, overcoming fear and ignoring threats, tens of thousands of freedom-loving men and women, many of them young students, are marching in the streets shouting their faith in democracy and liberty. They must know that we are on their side.

IN THE NAME OF CONSCIENCE AND HONOR, WE APPEAL TO THE LEADERS OF THE INTERNATIONAL COMMUNITY TO DO WHAT IS NEEDED TO HELP THESE COURAGEOUS FIGHTERS WHO RISK THEIR LIVES STANDING UP TO THEIR GOVERNMENT’S IMMORAL, INHUMAN AND ILLEGAL OFFICIAL POLICY.

More forceful and unequivocal condemnations of Tehran’s repulsive practices must be heard from Washington and Paris, Moscow, London and Berlin, the Security Council and important NGO’s. Harsher sanctions must be imposed. And yes, concrete measures must be taken to protect this new nation of dissidents, so that their sacrifice is not – and will not – be in vain.

All of us who care must offer our full support and solidarity to the brave people of Iran.

They deserve nothing less.

Robert J. Aumann, Nobel Prize, Economics (2005)

Richard Axel, Nobel Prize, Medicine (2004)

Baruj Benacerraf, Nobel Prize, Medicine (1980)

Paul Berg, Nobel Prize, Chemistry (1980)

Günter Blobel, Nobel Prize, Medicine (1999)

Thomas R. Cech, Nobel Prize, Chemistry (1989)

Aaron Ciechanover, Nobel Prize, Chemistry (2004)

Georges Charpak, Nobel Prize, Physics (1992)

ClaudeCohen-Tannoudji, Nobel Prize, Physics (1997)

Edmond H. Fischer, Nobel Prize, Medicine (1992)

Val Fitch, Nobel Prize, Physics (1980)

Jerome I. Friedman, Nobel Prize, Physics (1990)

Donald A. Glaser, Nobel Prize, Physics (1960)

Sheldon Glashow, Nobel Prize, Physics (1979)

David J. Gross, Nobel Prize, Physics (2004)

Roger Guillemin, Nobel Prize, Medicine (1977)

James Heckman, Nobel Prize, Economics (2000)

Alan Heeger, Nobel Prize, Chemistry (2000)

Dudley R. Herschbach, Nobel Prize, Chemistry (1986)

Avram Hershko, Nobel Prize, Chemistry (2004)

Roald Hoffmann, Nobel Prize, Chemistry (1981)

David H. Hubel, Nobel Prize, Medicine (1981)

Eric R. Kandel, Nobel Prize, Medicine (2000)

Walter Kohn, Nobel Prize, Chemistry (1998)

Harold W. Kroto, Nobel Prize, Chemistry (1996)

Finn E. Kydland, Nobel Prize, Economics (2004)

Leon M. Lederman, Nobel Prize, Physics (1988)

Eric S. Maskin, Nobel Prize, Economics (2007)

Craig C. Mello, Nobel Prize, Medicine (2006)

George A. Olah, Nobel Prize, Chemistry (1994)

Douglas D. Osheroff, Nobel Prize, Physics (1996)

John C. Polanyi, Nobel Prize, Chemistry (1986)

Stanley Prusiner, Nobel Prize, Medicine (1997)

Robert C. Richardson, Nobel Prize, Physics (1996)

Richard J. Roberts, Nobel Prize, Medicine (1993)

Thomas C. Schelling, Nobel Prize, Economics (2005)

Jens C.Skou, Nobel Prize, Chemistry (1997)

Wole Soyinka, Nobel Prize, Literature (1986)

Klaus von Klitzing, Nobel Prize, Physics (1985)

John Walker, Nobel Prize, Chemistry (1997)

Steven Weinberg, Nobel Prize, Physics (1979)

Elie Wiesel, Nobel Prize, Peace (1986)

Betty Williams, Nobel Prize, Peace (1976)

Jody Williams, Nobel Prize, Peace (1997)

FOR JERUSALEM:

As published in The International Herald Tribune, The Washington Post and The Wall Street Journal on April 16, 2010 and in The New York Times on April 18, 2010:

It was inevitable: Jerusalem once again is at the center of political debates and international storms. New and old tensions surface at a disturbing pace. Seventeen times destroyed and seventeen times rebuilt, it is still in the middle of diplomatic confrontations that could lead to armed conflict. Neither Athens nor Rome has aroused that many passions.

For me, the Jew that I am, Jerusalem is above politics. It is mentioned more than six hundred times in Scripture—and not a single time in the Koran. Its presence in Jewish history is overwhelming. There is no more moving prayer in Jewish history than the one expressing our yearning to return to Jerusalem. To many theologians, it IS Jewish history, to many poets, a source of inspiration. It belongs to the Jewish people and is much more than a city, it is what binds one Jew to another in a way that remains hard to explain. When a Jew visits Jerusalem for the first time, it is not the first time; it is a homecoming. The first song I heard was my mother’s lullaby about and for Jerusalem. Its sadness and its joy are part of our collective memory.

Since King David took Jerusalem as his capital, Jews have dwelled inside its walls with only two interruptions; when Roman invaders forbade them access to the city and again, when under Jordanian occupation, Jews, regardless of nationality, were refused entry into the old Jewish quarter to meditate and pray at the Wall, the last vestige of Solomon’s temple. It is important to remember: had Jordan not joined Egypt and Syria in the war against Israel, the old city of Jerusalem would still be Arab. Clearly, while Jews were ready to die for Jerusalem they would not kill for Jerusalem.

Today, for the first time in history, Jews, Christians and Muslims all may freely worship at their shrines. And, contrary to certain media reports, Jews, Christians and Muslims ARE allowed to build their homes anywhere in the city. The anguish over Jerusalem is not about real estate but about memory.

What is the solution? Pressure will not produce a solution. Is there a solution? There must be, there will be. Why tackle the most complex and sensitive problem prematurely? Why not first take steps which will allow the Israeli and Palestinian communities to find ways to live together in an atmosphere of security. Why not leave the most difficult, the most sensitive issue, for such a time?

Jerusalem must remain the world’s Jewish spiritual capital, not a symbol of anguish and bitterness, but a symbol of trust and hope. As the Hasidic master Rebbe Nahman of Bratslav said, “Everything in this world has a heart; the heart itself has its own heart.”

Jerusalem is the heart of our heart, the soul of our soul.

– Elie Wiesel


Quelle: Israel’s Enabler in the U. S.

Originalartikel veröffentlicht am 21.4.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10417&lg=de

Written by mohart

29. April 2010 at 17:39

Veröffentlicht in Naher Osten, Terror / Krieg, USA

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Die Botschaft ist klar: Israel soll den Iran nicht angreifen

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AUTOR:  Gideon LEVY âãòåï ìåé
Übersetzt von  Ellen Rohlfs

Im Meer von Gehirnwäsche, Einschüchterung und Klischees, die uns umgeben, lohnt es sich zuweilen, auf eine Stimme von außen zu achten, eine nicht weniger Fähige als die der israelischen „Experten“ über Sicherheitsfragen und den Iran: auf die Stimme der Vernunft. Solch ein Stimme war die des ranghohen europäischen Diplomaten, der fünf Jahre lang als Botschafter in Teheran diente, und der diese Woche Israel besuchte. Während eines Essens in der Residenz seines Landes hat er in großen Zügen seine Ansichten über den Iran umrissen, mit dem sein Land extensive, vielschichtige Verbindungen aufrecht erhält. Dieser Mann, der gerade als Botschafter für Deutschland ernannt wurde, besucht weiter den Iran, obgleich seine Amtszeit dort schon 2004 endete.

Seine Botschaft war klar und scharf – Israel solle den Iran nicht angreifen. Dies würde nicht nur viel Leid verursachen. Wenn etwas den Iran einer Atombombe näher bringen würde, dann würde es eine israelische Offensive sein, die sehr nahe zu sein scheint. Der europäische Diplomat ist davon überzeugt, dass der Iran nicht beabsichtigt, eine Atombombe zu fabrizieren, höchstens marginal damit befassen und sich für die Option vorzubereiten, eine zu entwickeln. Dies ist zu einer Sache der nationalen Ehre für die Iraner geworden. Der Diplomat weiß auch noch von einer anderen Möglichkeit, dass der Iran auf eine Bombe hinarbeitet: ihm ist klar, dass es keine Garantie gibt, dass dies nicht geschieht. Doch ist er tief davon überzeugt, dass der Iran dies nicht tun wird. Ein israelischer Angriff andrerseits, der seiner Ansicht nach die Bombe lediglich um zwei Jahre hinausschieben würde, würde die Iraner nur anspornen, sie zu entwickeln.

Teheran weiß, dass die USA nicht gewagt hätten, den Irak und Afghanistan zu überfallen, wenn diese Länder nukleare Waffen gehabt hätten. Die Iraner sind sich sicher, dass dies auch für sie gilt. Um das Regime aufrecht zu erhalten, wird es, wenn es sich bedroht fühlt, die Bombe entwickeln. Die Drohungen, den Iran anzugreifen, wird sie also in diese Richtung stoßen.

Ein israelischer Angriff auf den Iran würde auch das iranische Volk hinter dem Regime einigen, sagte der Mann. Israels Feind ist heute nur das Regime, nicht das Volk.
Das iranische Volk ist eifrig mit anderen Problemen beschäftigt und nicht so sehr mit dem palästinensischen Problem oder ob Israel existieren sollte oder nicht.

Die letzten Wahlen, deren Ergebnisse der Diplomat sicher für gefälscht hielt, zeigte große Risse in der allgemeinen Unterstützung für Mahmoud Ahmadinejads Regime. Der Westen muss im Iran nicht Dinge schüren, weil jede Agitation nur die Reihen enger schließen würde und die Opposition auslöschen, die noch nicht ihr letztes Wort gesagt hat, warnt er. Den subversiven Prozessen muss erlaubt werden, ihr Werk zu tun, und sie zu unterbrechen, muss man unter allen Umständen unterlassen. Ein israelischer Angriff würde schlimmer sein als Aufruhr, weil er die Opposition unterbrechen und das Volk einigen und seinen Führer unterstützen würde. Wie in jedem anderen Land würde jede militärische Demütigung zu vermehrter Unterstützung des Herrschenden führen, wie wir sehr wohl aus unserer eigenen Haltung kennen.

Seitdem Ahmadinejad zur Macht kam, hat sich die iranische Führung zunehmend in das all-tägliche Leben eingemischt. Ahmadinejad hat die Regierungsbürokraten mit seinen eigenen Leuten aus den Provinzen und vom Land ersetzt. Seine Kontrolle über die Verwaltung ist strenger als je zuvor, die wahrscheinlich sogar mehr Widerstand erregt. Die Iraner haben schon ihre Fähigkeit bewiesen, Tyrannei abzuschütteln. Frauen sind eine wachsende Kraft in der Gesellschaft und vielleicht kommt das Wort von ihnen: „Cherchez la femme“, sagte der Diplomat auf Französisch („Sucht die Frau!“)

Was sollen wir also tun? In bestimmten Situationen sollte man gar nichts tun, sagte er. Jede andere Option ist unermesslich schlechter und gefährlicher. Was sollten wir also tun, mag sich der israelische Zuhörer fragen und antworten: „Machen wir Frieden mit Syrien und den Palästinensern, um Irans Drohungen zu unterwandern. Ranghohe iranische Offizielle sagten, dass jeder Frieden zwischen Israel und den Palästinensern für sie annehmbar wäre. Dies würde die Grundlage für Irans Drohungen, Israel auszulöschen, entziehen.

Kann das irrsinnig schimpfende Israel, dass zuweilen übereilt in Angriffe hastet und oft eine gewalttätige Sprache verwendet, kann das Israel, das mehr als an anderes an militärische Bum-bum Lösungen glaubt, auf diesen weisen Rat hören? Es ist zweifelhaft.

Wir wollen keinen Frieden machen, warum sollten wir und warum in dieser Eile? Schließlich dient die Panikkampagne dem israelischen Volk und die Einschüchterungskampagne der Welt und dem israelischen Regime gleichwohl.

Sie lenkt die Öffentlichkeit von andern Problemen ab und befreit Israel aus der Notwendigkeit sich mit Goldstone, der Besatzung und allem übrigen zu befassen.
Also Bibi greif an – und möge Gott sich unser erbarmen!


Alarmstufe Rot: die nuleare Bedrohung vom Iran


Quelle: HaaretzThe message is clear: Israel must not strike Iran

Originalartikel veröffentlicht am 4.2.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9975&lg=de

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10. Februar 2010 at 07:16

Veröffentlicht in Geopolitik, Terror / Krieg

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Die israelische Linke sollte aufwachen, bevor es zu spät ist

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AUTOR: Gideon LEVY גדעון לוי

Übersetzt von Ellen Rohlfs

Wenn man sieht, wie die Rechten arbeiten, wird man vor Neid ganz grün und möchte von ihnen lernen. 400 kriminelle Fälle wurden gegen Opponenten des Gazastreifen-Siedlerauszugs (2005) eröffnet: gegen Leute, die mit Öl, Säure, Abfall und Steinen gegen Soldaten und die Polizei warfen . Ihre Akten wurden letzte Woche geschlossen und ihre Straftaten gelöscht. 51 Mitglieder der Knesset stimmten für das Schließen ihrer Akten, neun dagegen. Das ist die wahre Karte von Israels Politik (und Gesellschaft) Nur etwa 7% der Gesetzgeber glaubten, dass dies eine wertlose und gefährliche Entscheidung war. Der ganze Rest war damit einverstanden, befasste sich nicht mit dem Abstimmen und hatte kein Interesse.

Es hat auch keiner daran gedacht, eine ähnliche Regelung gegenüber den 800 Demonstranten anzuwenden, die gegen die Operation „Cast Lead“ protestierten und die verhaftet und angeklagt wurden, vielleicht weil sie Araber waren. Auch nicht gegenüber den Dutzenden Verhafteten, weil sie in Ost-Jerusalems Stadtteil Sheikh Jarrah protestierten, vielleicht weil es Linke waren. Die linken Demonstranten handeln nie so gewalttätig wie die Siedler, aber keiner denkt daran, ihnen zu verzeihen. Nicht die Spur von Gleichheit vor dem Gesetz, nicht die Spur von Gerechtigkeit für alle – das ist unnötig an einem Ort, wo öffentliche Scham nicht mehr existiert.

Diese skandalöse Entscheidung kam nicht aus dem Nichts. Es ist die Frucht einer Kampagne von Druck und Flehen, Schikane und Erpressung. Von jetzt an werden die Siedler und die israelische Gesellschaft wissen, dass sie sich so wild benehmen können, wie sie wollen. Selbst wenn sie jemand anzuklagen versucht; ein anderer wird wissen, wie man ihn aus der Anklage und vor Strafen schützen kann. Im Gegensatz dazu sind die Linken wie Waisenkinder. Sie haben keine öffentliche oder parlamentarische Unterstützung. Demonstranten gegen den Rückzug aus dem Gazastreifen und Pogromisten in palästinensischen Dörfern wissen, dass ihre Untaten übersehen werden, während linke Demonstranten ihrem Schicksal überlassen werden..

Von jetzt an wissen die Linken, dass so lang wie ihr Winter- (oder Sommer)schlaf andauert ihre Demonstranten ins Gefängnis geworfen werden und keiner sie auslösen wird.

Ab jetzt wird Israel wissen, dass sein Rechtssystem zwischen Rechten und Linken diskriminiert – einer starken, aggressiven und gewalttätigen Rechten und einer Linken, die sich tief im Winterschlaf befindet. So geht es, wenn die übrig Gebliebenen der Linken sich mit Tarifverträgen von Autoren oder mit den Rechten von Tieren und sinnlosem Organisieren gegen Ehud Barak befassen oder mit Gemeindesteuerausnahmen für Synagogen und Mutterschaftsurlaub für Männer. Meretz-Abgeordnete haben nicht mal Zeit für Sheik Jarrah. So ist es eben, wenn der linke Flügel des zionistischen Establishments nicht mehr lebt.

In der israelischen Gesellschaft hat es seit langer Zeit nur eine wachsame und bedeutende Gruppe gegeben. Abgesehen von wenigen radikalen linken Gruppen, die tapfer und entschlossen, aber klein und aufgesplittert sind, kämpfen nur die Siedler und ihre Anhänger hier für Dinge, die nicht persönlich sind und bei denen Geld keine Rolle spielt. Dafür müssen sie bewundert werden. Die Knesset-Entscheidung, den Siedlern zu vergeben, sollte ein Weckruf für die Linken sein. Wenn sie mit ihrer Selbstgefälligkeit weitermachen, werden sie nicht nur ihre letzten Aktivisten im Gefängnis finden, dann wird es auch nicht mehr das Land anerkennen, in dem sie leben. Es hat bei uns schon schlechtere Entscheidungen gegeben, als die, den protestierenden Rechten zu verzeihen, aber keine, die so sehr unser neues Gesicht aufdeckt, was Gesetz, Justiz und Gleichheit betreffen.

Wir können weiter über all dem still sein. Wir könnten in Haaretz ( und nur dort) Fotos von Siedlerrandalierern am internationalen Holocaust-Gedenktag sehen und darauf die Gesichter erkennen – und nicht fragen, wo bleibt die Polizei. Wir können Beschreibungen von Angriffen auf unschuldige Palästinenser lesen und nichts tun – sie weder schützen oder gegen ihre Angreifer protestieren. Wir können weiter die Fremdenfeindlichkeit des Establishments, die Deportation internationaler linker Aktivisten und Palästinenser ignorieren – die einen nur wegen ihrer Meinung und die anderen wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit und könnten Leute gewinnen, lächerliche Petitionen zu unterzeichnen. Wir könnten einen Sturm rund um das Geschwätz über Sara Netanjahu verursachen und entsetzlich geschockt sein über den Schuh, den ein verbitterter Mann gegen den Präsidenten des Obersten Gerichtes geworfen hat; wir könnten uns übertrieben und blumig über den ernsten Schaden der Rechtsstaatlichkeit auslassen. Kaum ein Wort ist über den rüden Schuh gehört worden, den die Knesset gegen die Rechtsstaatlichkeit geworfen hat.

Wir können weiter ruhig bleiben und wissen, dass Schweigen Mittäterschaft bedeutet. Aber wenn die Linke aufwacht, wird es zu spät sein. Tatsächlich ist es schon zu spät. Meretz ist tot, Labor ist am Sterben, Kadima ist nicht-existent, Peace Now überlegt noch immer, ob es gegen das Pardon eine Petition einreichen soll – und die Rechte feiert und macht, was sie will. Augen rechts: wacht auf und lernt von ihren Methoden und wie sie kämpft. In der israelischen Gesellschaft gibt es anscheinend keinen anderen Weg.


Quelle: HaaretzIsraeli left needs to wake up before it’s too late

Originalartikel veröffentlicht am 31.1.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9959&lg=de

Written by mohart

7. Februar 2010 at 16:16

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,Ein palästinensischer Staat ist unmöglich geworden‘ – Interview mit Sari Nusseibeh

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AUTOR: Adrien JAULMES

Übersetzt von Ellen Rohlfs

Für den palästinensischen Pazifisten Sari Nusseibeh wird Israel bald keine andere Wahl mehr haben, als seine arabische Bevölkerung zu integrieren. S.Nusseibeh, Rektor der al-Quds-Universität in Jerusalem und engagierter palästinensischer Intellektueller war 2002 der Autor eines Friedensplanes, den er zusammen mit Ami Ayalon, dem früheren Chef des Shin Bet, verfasst hat.

Le Figaro (LF): Macht nicht das Problem Jerusalem, das 2009 wieder auftauchte, die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern, äußerst schwierig?

Sari Nusseibeh (SN): Jeder will das Problem Jerusalem außen vor lassen. Plötzlich entdeckt man, dass dies zweifellos das Hauptproblem ist und dass die Parameter dieses Problems nicht mehr dieselben sind. Während die Unterhändler in ihrer Seifenblase in Richtung einer friedlichen Lösung zu wirken versuchen, hat sich die Stadt von Grund auf verändert: Die Zustände von 1967 bestehen heute nicht mehr, und das Teilen ist viel schwieriger geworden.

LF: Was hat sich verändert?

SN: Geographisch ist das Stadtgebiet von Jerusalem und seinen Vororten von 20 qkm auf 50 qkm angewachsen: im östlichen Teil dieses Groß-Jerusalem haben die Israelis 13 neue Stadtteile gebaut, wo jetzt 250 000 Juden leben, und die durch Schnellstraßen mit einander verbunden sind. Sie umgeben die arabischen Stadtteile Ost-Jerusalems und trennen sie von einander. Die Israelis haben auch das Konzept des „Holy Basin“ erfunden, das das muslimische Stadtviertel der Altstadt und die direkte Umgebung einschließt, also den Kern des arabischen Jerusalem ( und die Heiligen Stätten aller drei Religionen). Sie führen eine aktive Politik der Vertreibung, der Zerstörung und Enteignung aus, was eine eventuelle Teilung der Stadt noch schwieriger macht.

LF: Und doch wird die Zwei-Staaten-Lösung von der ganzen Welt unterstützt?

SN: 1967 war Uri Avnery einer der ersten Befürworter der Zwei-Staatenlösung. Niemand hat ihn damals unterstützt. Vier Jahrzehnte später waren seine Ideen ungeheuer erfolgreich und heute werden sie von der ganzen Welt geteilt, selbst von Bush. Aber mittlerweile ist die Möglichkeit, zwei Staaten zu schaffen, dahin geschwunden. Selbst wenn ich die Möglichkeit eines Wunders nicht ausschließe, glaub ich persönlich nicht mehr daran, dass dies zu erreichen ist.

LF: Hängt es mit Israels Siedlungspolitik zusammen?

SN: Die Israelis führen die selbe Politik, die sie in Jerusalem praktizieren, auch in der Westbank aus. Diese außergewöhnliche koloniale Raffinesse wird auf Kosten der einheimischen Bevölkerung durchgeführt. Die Zionisten haben mit Beton und Asphalt Erfolg. In dieser Hinsicht existieren sie. Aber was Fleisch und Blut betrifft, bleiben sie Außenseiter. Je mehr es ihnen gelingt, Beton zu legen, um so weniger gelingt es ihnen, eine wirkliche Demokratie zu schaffen und Wurzeln in der Region zu schlagen.

LF: Was wird mit den Palästinensern ohne einen Staat geschehen?

SN: Wir sind noch immer da, und dies ist das Paradox. 1948 wollten die Israelis einen Staat ohne Palästinenser schaffen, und es gelang ihnen fast, sie alle zu vertreiben. 1967 vereinigte ihr Sieg die Flüchtlinge der Westbank mit denen, die in Israel blieben. Wir waren verstreut – sie brachten uns wieder zusammen. Durch ihren Erfolg hatten sie einen Misserfolg. Die Kolonisierung Jerusalems und der Westbank, die eine Zwei-Staaten-Lösung unmöglich macht, wird Israel zwingen, mit einer ziemlich großen arabischen Bevölkerung zu leben und das demokratische System neu zu überdenken.

LF: Warum versagten die Palästinenser?

SN: Ja, wir versagten zum Teil wegen unserer Unfähigkeit zu verhandeln und zum Teil wegen unserer Korruption. Und was noch schlimmer ist: während wir Politik spielten und einem Staat hinterher rannten, ließen wir es zu, dass sich die Lebensbedingungen unseres Volkes immer mehr verschlechterten. Vor 20 Jahren hatten die Palästinenser in Gaza keine politischen Rechte, aber sie konnten in die Westbank fahren oder sogar nach Tel Aviv, um dort zu arbeiten oder an den Strand oder ins Restaurant zu gehen. Wir hatten aber auch wegen der anderen Partei keinen Erfolg, weil sie uns nichts geben wollte. Heute geht die israelische Dynamik dahin, uns keinerlei Konzessionen zu machen. Sie sehen keine Notwendigkeit für einen Kompromiss. Die Israelis denken immer mehr in machiavellistischer Weise und glauben, dass Gewalt das einzige ist, was hilft, dass es die einzige Garantie für ihr Überleben ist. Warum sollten sie dann an Verhandlungen interessiert sein?

LF: Ist der Friedensplan, den Sie mit Uri Avnery aufstellten, noch möglich?

SN: Ich habe mehrere Friedenspläne vorgeschlagen. Der beste war zweifellos derjenige, den ich 1980 vorgeschlagen hatte, bei dem ich Israel dazu aufrief, die palästinensischen Gebiete zu annektieren. Stattdessen nahmen sie das Land, ließen uns aber ohne Rechte. Deswegen arbeitete ich mit Ami Ayalon eine Zwei-Staaten-Lösung aus. Wir erreichten ein Abkommen um sechs Prinzipien, die wir aus den schwierigsten auswählten, schmerzlichen Konzessionen, damit diese jeder klar sehen konnte und Regierungen gezwungen sein würden, sie zu akzeptieren. Jerusalem war eines dieser Probleme. Es war damals, als 2003 Mahmoud die Road Map unterzeichnete. Ich dachte schon, es sei ein Versehen.

LF: Was würden Sie heute empfehlen?

SN: Der letzte Plan, den ich vorschlug, schrieb ich in einem Brief, den ich vor sechs Monaten an Obama und Mitchell sandte. Ich schlug vor, sie sollten sofort die Verhandlungen stoppen, die sinnlos geworden seien; alle Probleme seien mehr oder weniger geregelt, nur die unlösbaren Punkte seien geblieben. Dafür sollten die US für die restlichen Probleme ihre eigene Lösung vorschlagen. Jede Seite würde diesen Plan seinem eigenen Volk in einem Referendum vorlegen. Die Abstimmung würde am selben Tag stattfinden und das Ergebnis würde von der Akzeptanz der anderen Partei abhängen.

LF: Welche Aussichten gibt es für die Palästinenser?

SN: Mein nächster Vorschlag würde der sein, die Israelis zu bitten, uns zu annektieren, uns als 3.Klasse-Bürger zu akzeptieren. Dann würden die Palästinenser wohl Grundrechte haben, wie Bewegungsfreiheit, Arbeit, Gesundheitsfürsorge, Bildung, würden aber keine politischen Rechte haben. Wir würden keine Bürger, sondern nur Untertanen sein.

Quelle: Le Figaro«Un État palestinien est devenu impossible»

Originalartikel veröffentlicht am 6.1.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

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Written by mohart

26. Januar 2010 at 16:57

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Der Marsch für die Freiheit von Gaza

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AUTOR: Greta BERLIN
Übersetzt von Ellen Rohlfs

Der Gaza-Freiheitsmarsch wurde heute ( 29.12.) nach einer überraschenden Ankündigung durch die ägypt. Regierung durcheinander gebracht: sie würde 100 Teilnehmern erlauben, am Mittwochmorgen in den Gazastreifen reisen zu lassen. Die Entscheidung war eine Folge einer direkten Bitte der First Lady von Ägypten von Susanne Mubarak ans Außenministerium nach dem durch die Teilnehmer und Organisatoren drei Tage lang intensive Lobbyarbeit gemacht worden war.

Die Organisatoren hatten zwei Stunden Zeit, um das Angebot anzunehmen oder abzulehnen und die unmögliche Aufgabe zu entscheiden, wer die 100 Gesandten sein würden. Es wären dann nur 7% der mehr als 1300 Leute, die für den Marsch registriert waren. Nach Beratung mit den lokalen Organisatoren im belagerten Gazastreifen entschied das internationale Komitee die 100 Delegierten als eine symbolische Schau zu senden. Es wäre besser, als dass niemand in Gaza ankommen würde.

Auf Grund der kurzen Zeit stellten die Organisatoren eine Liste zusammen, nach der jedes Land mit 2 Delegierten vertreten ist. Weil die Teilnehmer aber  verschiedenen Protestaktionen über ganz Kairo verteilt waren, konnten diese Entwicklungen nur  mit den Vertretern jedes Landes bei einem Nottreffen in der Nacht zum Dienstag  besprochen werden.

Dieses Treffen artete bald in eine  erhitzte Debatte aus. Einige Teilnehmer waren zornig, dass eine Entscheidung dieser Größe einseitig von den Organisatoren gemacht wurde. Viele empfanden, dass dieser Schritt die Einheit der internationalen Delegation kompromittiert, wenn 1200 registrierte Teilnehmer ausgeschlossen würden. Dazu kam die Spannung der fast unmöglichen Aufgabe, zu entscheiden, wer geht und wer bleibt zurück.

Die intensive und zum Teil sehr emotional belastete Diskussion, die mehrere Stunden dauerte, teilte die Beteiligten in zwei Hauptlager. Einige waren der Meinung, dass eine kleine Vertreterdelegation ein bedeutsamer „Sieg“ gegen die ägyptische Regierungspolitik in bezug auf den Rafahübergang wäre. Sie argumentierten auch, dass es  sehr wichtig sei, dass es eine internationale Präsenz innerhalb des Gazastreifens  während des geplanten Marsches am 31. Dezember gebe, um den Palästinensern zu zeigen, dass man sie unterstützen wolle, auch wenn diese Delegation nur ein kleiner Teil der ursprünglich geplanten Menge sei .

Die gegenteilige Ansicht, die die vorherrschende Meinung bei dem Treffen unter den meisten Ländern vertrat, war, dass die Entscheidung eines Kompromisses ein großer Fehler sei.

Vertreter dieser Ansicht behaupteten, dass sie nicht gekommen seien, um noch einmal eine symbolische Hilfsdelegation nach Gaza  zu senden, sondern wirklich die Belagerung en mass brechen  und die Politik der Region hinsichtlich Gazas Isolierung herausfordern wollten.

Diese Gruppe fürchtete, dass mit dem Einverständnis mit der 100-Personen-Quote, sie direkt in die Hände der ägyptischen Regierung spielen würde, indem sie ihnen die notwendige positive Publizität in den internationalen Medien gewähren, während ein langfristiger Politikwechsel hinsichtlich der Schließung des Rafahüberganges  unwidersprochen bleibt. „genau dies gibt der ägyptischen Regierung  einen Fototermin und die Chance zu sagen, wir haben Leute durchgelassen,“ sagte Bassem Omar, ein kanadischer Vertreter.

Viele sehen dies nur als einen Versuch der ägyptischen Regierung, vor der internationalen Gemeinschaft das Gesicht zu wahren, während sich das Land im Scheinwerferlicht der Medien befindet und unter globalem politischem Druck, den Marsch (über die Grenze) zu genehmigen.

Nach ein paar chaotischen Stunden, in denen man sich über diese Probleme stritt, teilten sich die Gruppen in verschiedene nationale Delegationen und Interessengruppen, um unter sich zu entscheiden, ob sie das Angebot annehmen und an dem 100 Personen-Konvoi teilnehmen. Während des Schreibens hatten sich die Kanadier, Südafrikaner und die schwedische Delegation entschieden, nicht daran teilzunehmen, da sie das Gefühl hatten, dass diese Herangehensweise den Zweck des Marsches  untergräbt, nämlich die Belagerung zu brechen – es ging nicht darum, einen Hilfskonvoi zu senden.

Ein Sprecher aus der französischen Delegation hat auch die Idee als „umstritten“ zurückgewiesen und sagte, dass  stattdessen das Sit-in an der franz. Botschaft fortgeführt wird. Aktivisten, die in Kairo bleiben, planen, ihre Protest Aktion  an verschiedenen Stellen in der Stadt fortzusetzen und am 31.Dezember trotz eines Verbotes durch die ägyptische Polizei eine einzige Massendemo  als Höhepunkt  durchzuführen.

Quelle: www.freegaza.org

Originalartikel veröffentlicht am 29.12.2009

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9702&lg=de

Written by mohart

9. Januar 2010 at 16:25

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