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Israels Wegbereiter in den USA: Wie Elie Wiesel die Lüge aufrecht erhält

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AUTOR: Esam AL-AMIN عصام الامين

Übersetzt von Ellen Rohlfs

Wiesel ist einfach “ein schrecklicher Schwindler”
Noam Chomsky

Immer wieder beginnen Israels Wegbereiter in den USA mit einer öffentlichen Kampagne, um so viel wie möglich politischen Druck auf US-Politiker auszuüben. Elie Wiesel, ein Holocaustüberlebender und Nobelpreisträger (1986), ist einer jener Apologeten, die Israel beschäftigt, wenn es in Nöten ist.

Wiesels skandalöse Geschichte, indem er das Leiden einiger zugunsten anderer abtut, ist gut dokumentiert. Der verstorbene Historiker Howard Zinn nannte Wiesels Verweigerung, das Leiden von Nichtjuden unter den Nazis im Holocaust-Museum bei einer Ausstellung, die das jüdische Leiden dokumentiert, einzuschließen, einen der „schändlichsten Momente“ aus letzter Zeit. Bei dieser Episode beschrieb Wiesel die Aufnahme des schrecklichen Leidens von Nicht-Juden durch die Nazis im Museum als einen Versuch, die „Realität zu verfälschen“ und dass solche Aufrufe einem „Stehlen des Holocaust von uns“ gleichkäme.

Vor zwei Monaten war Wiesels Name auf einer ganzseitigen Anzeige in der New York Times, mit der er grauenhafte und tödliche Aktionen gegen den Iran wegen seines Nuklear-Programmes fordert [S. KASTEN 1 UNTEN]. Am 18. April kam ein von Wiesel unterstütztes Inserat in mehreren prominenten US-Tageszeitungen, einschließlich der NYT und der Washington Post, wobei das Jerusalemproblem aufgegriffen wird [S. KASTEN 2 UNTEN]. . Der Grund: der öffentliche Knatsch zwischen der Obama-Regierung und der Netanjahu-Regierung.

Da man sich kaum denken kann, dass Wiesel die Fakten nicht kennt, war die Anzahl der bewussten Lügen und der irreführenden Information in dem Inserat erstaunlich. Er behauptete, dass Jerusalem „dem jüdischen Volk gehört“, während er die islamischen und christlichen Dimensionen abweist. Seine Begründung war, dass Jerusalem in der Torah „mehr als 600 mal“ erwähnt wird, während es im „Koran nicht ein einziges Mal“ genannt wird. Solch ein ignorantes Statement zeigt nicht nur eine vollkommene Wissenslücke – die islamischen Schriften betreffend – auf, sondern auch eine Verdrehung der Geschichte.

Indem er allein die Anzahl der Erwähnungen in den heiligen Schriften erwähnt, legt dies die Leere von Wiesels Argumentation offen. Ist es für den Ort Mekka, dem heiligsten Ort im Islam von Bedeutung, wenn es nur einmal im Koran erwähnt wurde? Außerdem werden die historischen Figuren der Bibel wie Moses, Aaron, Maria und Jesus im Koran 136, 20, 34, bzw. 25 mal erwähnt, während Mohamed nur fünfmal mit Namen genannt wird. Was beweist dies? Doch Wiesel ignoriert praktisch, welche Bedeutung in der islamischen Doktrin die Reise des muslimischen Propheten nach Jerusalem hat, wo er in der Al-Aqsa-Moschee betete – ein Ereignis, das nicht nur lebendig in den islamischen Schriften erwähnt wird, sondern jedes Jahr von den Muslimen rund um die Welt seit 1400 Jahren gefeiert wird.

Wiesel ignoriert nicht nur die Geschichte und das internationale Recht, sondern verbreitet auch die Lüge, dass Israel 1967 angegriffen wurde, um die Besatzung von Jerusalem und anderem arabischen Land zu rechtfertigen. Indem Israels Aggression im Juni 1967 beschrieben wird, deklariert die Resolution 242 des UN-Sicherheitsrats „die Unzulässigkeit von gewaltsamer Aneignung von Land“, und ruft zu vollkommenem Rückzug Israels aus dem vor kurzem besetzen arabischen Land auf. Im Mai 1968 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 252, die das Versäumnis von Israels Einwilligung in das internationale Recht beklagt und in Erwägung zieht, dass alle legislativen und administrativen Maßnahmen und Aktionen, die von Israel unternommen wurden, einschließlich der Enteignung von Land und Besitz, die den rechtlichen Status von Jerusalem zu verändern versuchen, ungültig sind und diesen Status nicht verändern kann.

Wiesel, der die Realität nicht kennt, behauptet fälschlicherweise, dass „Juden, Christen und Muslime das erste Mal in der Geschichte freien Zugang zu ihren heiligen Stätten haben.“ Aber die Realität des palästinensischen Lebens ist, dass Israel jedem Mann unter 50 das Beten in der Al-Aqsa-Moschee oder im Felsendom verbietet. Diese diskriminierende Politik ist seit Jahren in Kraft und wird durch über 500 israelische Militärkontrollpunkte überall in der Westbank, durch eine Apartheid-ähnliche Kontrolle aller Aspekte des palästinensischen zivilen Lebens ermöglicht. Vor kurzem hielt der Historiker Professor Walid Khalidi vor der UN eine bemerkenswerte Rede über Jerusalems Geschichte, in der er seine islamischen und christlichen Wurzeln aufzeichnete und die brutale zionistische Politik der Diskriminierung und der Ausschließung aufdeckte.

In seinem Vortrag stellte Khalidi fest, dass „israelische Kolonisierung in und rund um Ost-Jerusalem die geostrategische Kontrolle, die demographische Vorherrschaft, den psychologischen Druck, den wirtschaftlichen und sozialen Bruch, die doktrinale Bestätigung, die religiöse Erfüllung und territoriale Ausdehnung zum Ziel hat.“ Also war das wirkliche Ziel von Wiesels Inserat, den Druck von Obamas Regierung und der internationalen Gemeinschaft gegenüber Israel zu lindern, um ihm die Zeit zu geben, die es benötigt, seine Kolonisierungspläne zu vollenden.

Israels anhaltende Versuche, in Jerusalem neue Fakten vor Ort zu schaffen, indem es die arabischen Bewohner (Muslime wie Christen) zugunsten der jüdischen Siedler vertreibt, ist gut dokumentiert. Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem berichtet, dass es das primäre Ziel der israelischen Regierung sei, in Jerusalem eine „demographische und geographische Situation zu schaffen, die jeden zukünftigen Versuch, Israels Herrschaft über die Stadt herauszufordern, vereitelt.“ Sie listet die verschiedenen Methoden auf, die angewandt wurden, um dieses Ziel zu erreichen, einschließlich der Politik institutionalisierter Diskriminierung, Enteignung und Schikanen. Rabbiner Brant Rosen von Evanston, präsentiert auch ein spannendes in Israel produziertes Video, das die systematische, diskriminierende und brutale Politik der israelischen Regierung dokumentiert. So viel zu Wiesels falscher Erklärung zur Möglichkeit der Palästinenser, dass sie ihr Haus überall in der Stadt bauen könnten.

Außerdem verloren nach Ziad Hammouri, dem Direktor des Jerusalemzentrums für soziale und wirtschaftliche Rechte, mehr als 30 000 Palästinenser in Jerusalem in den letzten 20 Jahren ihre Wohnrechte. Rund 165 000 Leute wohnen außerdem östlich der Trennungsmauer, die Jerusalem von der Westbank trennt. Anfang April dieses Jahres verkündete die israelische Militärbehörde in der Westbank, dass in der nahen Zukunft mehr als 70 000 Palästinenser aus ihren Häusern in der Westbank und Jerusalem deportiert werden, weil „Sie keine Wohnrechte haben.“


Elie Wiesel demonstriert gegen Präsident Ahmadinejad bei der UNO in Genf am 20. April 2009

Wiesels Geschichte, Israels aggressive Politik zu rechtfertigen, ist lang und umfangreich.

Schon 1948 arbeitete Wiesel als Journalist für die zionistische Terroristengruppe (wie sie von den Briten bezeichnet wurde) Irgun. Er kennt die Details des berüchtigten Deir Yassin-Massakers an unschuldigen Palästinensern (als auch von anderen Massakern), die von seiner Organisation begangen wurden, die damals von Menahem Begin und Yitzak Shamir geleitet wurde.

Er behauptet noch immer, dass Hunderttausende Palästinenser 1948 freiwillig ihre Häuser verlassen haben und ignoriert dabei den überwältigenden Beweis, der nicht nur in Dutzenden von UN-gesponserten Berichten und in Zeugenaussagen von Hunderttausenden von Palästinensern existiert, sondern auch von Beweisen, die von Israels „neuen Historikern“ wie Ilan Pappe und Benny Morris ausfindig gemacht wurden. Wiesel besteht darauf, öffentliche Entschuldigungen für Verbrechen an Juden zu fordern, aber niemals drückt er irgendein Mitgefühl für Brutalitäten gegenüber den Palästinensern aus. Wiesel sagte einmal öffentlich:

„Ich unterstütze Israel – Punkt. Ich identifiziere mich mit Israel – Punkt. Ich greife Israel nie an und kritisiere es nicht.“

Heuchelei im Überfluss: Wiesel stand 1986 während der Verleihung des Friedens-Nobel-Preises vor der Welt und sagte: „Die Welt wusste und schwieg. Deshalb schwor ich, niemals zu schweigen, egal wo Menschen Leiden und Demütigung durchmachen. Wir müssen immer Partei ergreifen.“

Gewiss ergreift er Partei, indem er den Unterdrücker preist und das Opfer verurteilt, indem er schweigt und der Brutalität den Weg bereitet und den Ausschluss/ Vertreibung rechtfertigt – trotz des täglichen Leidens und der Demütigung der Palästinenser.

IRAN OPEN LETTER 2:

As published in The New York Times on February 7, 2010 and The International Herald Tribune on February 9th, 2010:

DEAR PRESIDENT OBAMA, PRESIDENT SARKOZY, PRESIDENT MEDVEDEV, PRIME MINISTER BROWN AND CHANCELLOR MERKEL,

HOW LONG CAN WE STAND IDLY BY AND WATCH THE

SCANDAL IN IRAN UNFOLD?

We the undersigned urgently appeal to you and the other leaders of the world, to use your prestige and power to put an end to this outrage. The situation in Iran is not improving; in fact, it is worsening every day. The cruel and oppressive regime of “Supreme Leader” Ali Khamenei and President Ahmadinejad, whose irresponsible and senseless nuclear ambitions threaten the entire world, continues to wage a shameless war against its own people. Human rights violations have now attained new levels of horror. Thousands of the regime’s political adversaries are being arrested, imprisoned, tortured, raped, and killed, many by hanging. Seyed Ali Mousavi, nephew of the opposition leader Mir Hossein Mousavi, has been assassinated. Former Foreign Minister Ibrahim Yazdi is among the detained. Human rights activist Emad Baghi and so many other dissidents are behind bars. The Basij militia and police continue to fire indiscriminately on unarmed, peaceful demonstrators. According to the press, riot tanks have appeared in the capital.

And yet, overcoming fear and ignoring threats, tens of thousands of freedom-loving men and women, many of them young students, are marching in the streets shouting their faith in democracy and liberty. They must know that we are on their side.

IN THE NAME OF CONSCIENCE AND HONOR, WE APPEAL TO THE LEADERS OF THE INTERNATIONAL COMMUNITY TO DO WHAT IS NEEDED TO HELP THESE COURAGEOUS FIGHTERS WHO RISK THEIR LIVES STANDING UP TO THEIR GOVERNMENT’S IMMORAL, INHUMAN AND ILLEGAL OFFICIAL POLICY.

More forceful and unequivocal condemnations of Tehran’s repulsive practices must be heard from Washington and Paris, Moscow, London and Berlin, the Security Council and important NGO’s. Harsher sanctions must be imposed. And yes, concrete measures must be taken to protect this new nation of dissidents, so that their sacrifice is not – and will not – be in vain.

All of us who care must offer our full support and solidarity to the brave people of Iran.

They deserve nothing less.

Robert J. Aumann, Nobel Prize, Economics (2005)

Richard Axel, Nobel Prize, Medicine (2004)

Baruj Benacerraf, Nobel Prize, Medicine (1980)

Paul Berg, Nobel Prize, Chemistry (1980)

Günter Blobel, Nobel Prize, Medicine (1999)

Thomas R. Cech, Nobel Prize, Chemistry (1989)

Aaron Ciechanover, Nobel Prize, Chemistry (2004)

Georges Charpak, Nobel Prize, Physics (1992)

ClaudeCohen-Tannoudji, Nobel Prize, Physics (1997)

Edmond H. Fischer, Nobel Prize, Medicine (1992)

Val Fitch, Nobel Prize, Physics (1980)

Jerome I. Friedman, Nobel Prize, Physics (1990)

Donald A. Glaser, Nobel Prize, Physics (1960)

Sheldon Glashow, Nobel Prize, Physics (1979)

David J. Gross, Nobel Prize, Physics (2004)

Roger Guillemin, Nobel Prize, Medicine (1977)

James Heckman, Nobel Prize, Economics (2000)

Alan Heeger, Nobel Prize, Chemistry (2000)

Dudley R. Herschbach, Nobel Prize, Chemistry (1986)

Avram Hershko, Nobel Prize, Chemistry (2004)

Roald Hoffmann, Nobel Prize, Chemistry (1981)

David H. Hubel, Nobel Prize, Medicine (1981)

Eric R. Kandel, Nobel Prize, Medicine (2000)

Walter Kohn, Nobel Prize, Chemistry (1998)

Harold W. Kroto, Nobel Prize, Chemistry (1996)

Finn E. Kydland, Nobel Prize, Economics (2004)

Leon M. Lederman, Nobel Prize, Physics (1988)

Eric S. Maskin, Nobel Prize, Economics (2007)

Craig C. Mello, Nobel Prize, Medicine (2006)

George A. Olah, Nobel Prize, Chemistry (1994)

Douglas D. Osheroff, Nobel Prize, Physics (1996)

John C. Polanyi, Nobel Prize, Chemistry (1986)

Stanley Prusiner, Nobel Prize, Medicine (1997)

Robert C. Richardson, Nobel Prize, Physics (1996)

Richard J. Roberts, Nobel Prize, Medicine (1993)

Thomas C. Schelling, Nobel Prize, Economics (2005)

Jens C.Skou, Nobel Prize, Chemistry (1997)

Wole Soyinka, Nobel Prize, Literature (1986)

Klaus von Klitzing, Nobel Prize, Physics (1985)

John Walker, Nobel Prize, Chemistry (1997)

Steven Weinberg, Nobel Prize, Physics (1979)

Elie Wiesel, Nobel Prize, Peace (1986)

Betty Williams, Nobel Prize, Peace (1976)

Jody Williams, Nobel Prize, Peace (1997)

FOR JERUSALEM:

As published in The International Herald Tribune, The Washington Post and The Wall Street Journal on April 16, 2010 and in The New York Times on April 18, 2010:

It was inevitable: Jerusalem once again is at the center of political debates and international storms. New and old tensions surface at a disturbing pace. Seventeen times destroyed and seventeen times rebuilt, it is still in the middle of diplomatic confrontations that could lead to armed conflict. Neither Athens nor Rome has aroused that many passions.

For me, the Jew that I am, Jerusalem is above politics. It is mentioned more than six hundred times in Scripture—and not a single time in the Koran. Its presence in Jewish history is overwhelming. There is no more moving prayer in Jewish history than the one expressing our yearning to return to Jerusalem. To many theologians, it IS Jewish history, to many poets, a source of inspiration. It belongs to the Jewish people and is much more than a city, it is what binds one Jew to another in a way that remains hard to explain. When a Jew visits Jerusalem for the first time, it is not the first time; it is a homecoming. The first song I heard was my mother’s lullaby about and for Jerusalem. Its sadness and its joy are part of our collective memory.

Since King David took Jerusalem as his capital, Jews have dwelled inside its walls with only two interruptions; when Roman invaders forbade them access to the city and again, when under Jordanian occupation, Jews, regardless of nationality, were refused entry into the old Jewish quarter to meditate and pray at the Wall, the last vestige of Solomon’s temple. It is important to remember: had Jordan not joined Egypt and Syria in the war against Israel, the old city of Jerusalem would still be Arab. Clearly, while Jews were ready to die for Jerusalem they would not kill for Jerusalem.

Today, for the first time in history, Jews, Christians and Muslims all may freely worship at their shrines. And, contrary to certain media reports, Jews, Christians and Muslims ARE allowed to build their homes anywhere in the city. The anguish over Jerusalem is not about real estate but about memory.

What is the solution? Pressure will not produce a solution. Is there a solution? There must be, there will be. Why tackle the most complex and sensitive problem prematurely? Why not first take steps which will allow the Israeli and Palestinian communities to find ways to live together in an atmosphere of security. Why not leave the most difficult, the most sensitive issue, for such a time?

Jerusalem must remain the world’s Jewish spiritual capital, not a symbol of anguish and bitterness, but a symbol of trust and hope. As the Hasidic master Rebbe Nahman of Bratslav said, “Everything in this world has a heart; the heart itself has its own heart.”

Jerusalem is the heart of our heart, the soul of our soul.

– Elie Wiesel


Quelle: Israel’s Enabler in the U. S.

Originalartikel veröffentlicht am 21.4.2010

Über den Autor

Ellen Rohlfs ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10417&lg=de

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29. April 2010 at 17:39

Veröffentlicht in Naher Osten, Terror / Krieg, USA

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Seeerdbeben in Südostasien und Erdbeben in Haiti: Naturkatastrophen?

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AUTOR: Brigitte QUECK

Alle Zeitungen weltweit berichteten vor einigen Jahren über das fürchterliche Seeerdbeben in Südostasien mit über 200 000 Toten. Und nun ein Erdbeben in Haiti mit der gleichen Opferzahl. Sind dies alles wirklich nur Naturkatastrophen? Der venezuelanische Präsident Chavez bezweifelt das1.

Ich selbst habe das Buch von Professor R. Bertell der weltbekannten Umweltforscherin : „The planet earth-the latest weapon against mankind“ (Der Planet Erde- die letzte Kriegswaffe gegen die Menschheit) gelesen, das z. Z. leider nur über ein US –Antiquariat erhältlich ist und bin der Überzeugung, dass diese Katastrophen, so wie auch das Erdbeben im Iran bzw. in China vor einigen Jahren, keine Naturkatastrophen gewesen sind.

In dem oben genannten Buch macht Prof. Bertell auf die geheime Kriegswaffe der USA auf Alaska, HAARP, aufmerksam.

Die von den USA auf Alaska stationierten ca. 180 Sendetürme sind imstande, die Ionosphäre zu durchlöchern und die dabei entstehenden schädlichen ELF – Strahlen dann gezielt auf Länder der Erde zu richten und Überschwemmungen und Erdbeben hervorzurufen bzw. zu verstärken!

Es sei eine der heimtückischsten US – Massenvernichtungswaffen !!

Da nach ihrem Aggressionskriegen gegen den Irak und Afghanistan die USA durch die dortige Widerstandsbewegung in ihrem weltweiten sogenannten „Antiterrorfeldzug“ gestoppt wurden, was seitdem den Alleinvertretungsanspruch der USA in der Welt in Frage stellt, glaube ich, dass die USA in bestimmten Situationen, vor allem dann, wenn die übrigen Staaten der Welt nicht ihrer Meinung wären, bestimmte Staaten anzugreifen, unter Verschleierung direkter Aggressionskriege ihre letzte schreckliche und heimtückische Waffe HAARP anwenden !!

Zur Untermauerung des oben Dargelegtem folgende Information:

Ein Leserbrief, veröffentlicht in der Berliner Zeitung vom 3.2.1977, machte unter dem Titel: „Krieg mit Erdbeben und Wirbelstürmen“ darauf aufmerksam, dass die HAARP-Waffe von den USA bereits im Krieg gegen Vietnam angewendet wurde.

Darauf hat die Sowjetunion im Jahre 1974 in der UNO die Initiative ergriffen, um die Entwicklung zu stoppen, bevor diese Art der Kriegsführung endgültig Einzug in die militärische Praxis hält. Die USA sahen sich damals genötigt, sich an der Ausarbeitung entsprechender Dokumente zu beteiligen.

Nach der Behandlung im Genfer Abrüstungsausschuss beschloss die 31. UNO-Vollversammlung im Herbst 1976 den gemeinsamen Konventionsentwurf beider Staaten zum „Verbot der Nutzung der Umwelt zu militärischen und anderen feindseligen Zwecken“ aufzulegen und hatte alle Staaten aufgerufen, dieses Dokument zu unterzeichnen und zu ratifizieren.

1- Der venezeluanische Präsident Hugo Chávez hat keine Erklärungen in diesem Sinn gemacht. Sie wurden ihm von der spanischen Tageszeitung ABC in der sensationellen Überschrift eines Artikels vom 20. Januar unterschoben (Chávez acusa a EE.UU. de provocar el seísmo de Haití: Chávez beschulidgt die USA, das Erdbeben in Haiti verursacht zu haben). Im Artikel selbst wurden nur die Hypothesen aus einem Bericht der russischen Nordflotte über „experimentale Erdbeben“ seitens der USA erwähnt, die in einem Artikel vom 18. Januar des staatlichen Fernsehsenders vive wiederaufgenommen worden waren: „Terremoto experimental“ de Estados Unidos devastó Haití („Experimenterdebeben“ der USA verwüstete Haiti). Der Artikel stammte aus der spanischen Nachrichtenagentur EFE… [Anm. von Tlaxcala]

Quelle: die Autorin

Originalartikel veröffentlicht am 16.2.2010

Über den Autor

Brigitte Queck ist eine mit Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, assoziierte Autorin. Dieser Artikel kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl die Autorin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=10016&lg=de

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21. Februar 2010 at 16:28

Veröffentlicht in USA

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Minarette und Demokratie

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Nach der Volksabstimmung in der Schweiz

AUTOR: Vladislav MARJANOVIC

Übersetzt von dem Autor selbst

Nun, es geht los! Die ewige Debatte über Religion und Demokratie wurde wieder aufgenommen. Am 29. November 2009 hat ein Referendum in der Schweiz entschieden: auf schweizerischem Gebiet werden keine Minarette errichtet. Das Volk hat gesprochen, und die Entscheidung der Mehrheit (mehr als 57%) muß respektiert werden. Das ist das Gesetz der Demokratie, das Gesetz der Volkssouveränität. Man redet übrigens in den westlichen Medien ständig darüber und hört nicht damit auf, die nicht-westlichen Länder daran zu erinnern.

Was soll man aber machen, wenn das Volk anders als jene Minderheit, die sich als Besitzer der Wahrheit betrachtet, abstimmt? Nun, dann muss man es zwingen, seinen Willen zu ändern. Da das Volk nur eine kopflose Herde ist, die jeder Demagoge nach Belieben manipulieren kann, wird es notwendig sein, ein bißchen nachzuhelfen. Man darf nämlich nicht vergessen, daß auch Hitler – wie Bush – ein president select und kein president elect war.

Ist das nicht der Beweis dafür, daß das brave Volk durch gefährliche Volksführer verführt werden kann? Das ist aber nicht seine einzige Sünde. Am 12. Juni 2008 hat es gewagt, gegen die Charta der Europäischen Union zu stimmen. Das war in Irland. Doch da hat man ein effizientes Mittel gefunden, um die Irländer zur Vernunft zu bringen. Brüssel hat darauf bestanden, so lange die Wahl zu wiederholen, bis die Abstimmung das richtige Ergebnis zeitigt. Die Botschaft wurde verstanden und, dank der internationalen Finanzkrise, war das Ergebnis des in Irland am 2. Oktober 2009 wiederholten Referendums ein überwältigendes „Ja“ für die Europacharta.

Die Charta wurde auf diese Weise gerettet. Der Neoliberalismus ebenfalls. Auch die Demokratie hat funktioniert. Zwar nicht jene des Volkes, sondern jene, die im Namen des Volkes durch Fachleute zusammengezimmert wurde, denn diese Leute, die in ihren Elfenbeintürmen sitzen, sehen besser als jene, die sich außerhalb bzw. unterhalb von ihnen befinden. Zumindest glauben sie dies. Übrigens heißt es doch auch, dass jede Macht von Gott kommt oder?


Die Schweizer setzen den Bau von Minaretten zu Graben

Das wäre doch ein zusätzlicher Grund, um zum Bau von religiösen Einrichtungen zu ermutigen. Je mehr es davon gibt, desto besser. Glockentürme und Minarette gemischt? Warum nicht? Wegen der Landschaft wird man die Multikultur doch nicht ablehnen! Die Landschaft hat sich im Lauf der Geschichte doch ständig verändert. Glockentürme und Minarette haben die Tempel aus der Antike ersetzt, um danach miteinander zu konkurrieren oder um in einigen Gebieten umfunktioniert zu werden, sei es durch das Gesetz des Stärkeren oder, wie z.B. im Balkan, unter dem Druck der Verhältnisse. Was die Landschaft betrifft, so leidet sie darunter nicht. Dank dieser Mischung ist sie sogar schöner geworden. In der Tat, es ist sehr wohl möglich, miteinander zu leben, vorausgesetzt dass die Macht (religiöse oder weltliche) keine Feindschaften schürt.

Die Macht hat aber eine andere Logik. Die Religion ist ein vorzügliches Mittel zur Manipulierung der Geister. Sie kann sie beruhigen und es somit den Schäfchen erleichtern, ihr Schicksal ohne Murren anzunehmen; aber sie kann sie auch so reizen, dass sie sich in Wölfe verwandeln. Die monotheistischen Religionen haben sich dabei als wahre Meister erwiesen. In einem Punkt sind sich alle monotheistischen Religionen einig: es gibt keinen Gott außer Gott. Die Unterschiede beginnen erst dort, wo und wie man ihn verehren soll. Das führt zur Konkurrenz, weil es sich nicht nur darum handelt, die Liebe Gottes zu gewinnen, sondern auch um die Rettung der Seelen und nebenbei natürlich auch um die materiellen Beiträge für die Institutionen und ihre leitenden Hierarchen. Je mehr Anhänger, je mehr Profit, weswegen jeder versucht, Seelen aus dem Teich des anderen zu fischen. Das führt dann leicht zu Handlungen, die alles andere als friedlich sind.


Ausländerfeindliche Alp(en)träume sind gesundheitsschä(n)dlich-NEIN zur Anti-Minarette-Initiative!

Das nennt man dann den Zusammenstoß der Zivilisationen, deren Merkmal die Religion ist. Wird man ihn durch Genehmigung von Minarettbauten im Herzen Europas nicht verstärken? Das brave Schweizer Volk, das beinahe zwei Jahrhunderte keine Kriege führte, wurde beunruhigt. Minarette und Glockentürme nebeneinander aufzustellen, dass könnte zu keinem erfreulichen Ergebnis führen. Wer kann wissen, ob dem Militarismus einer fanatischen religiösen Minderheit nicht die eher gleichgültige Mehrheit der Glaubensgenossen folgen wird? Der Instinkt des Volkes mahnt: Besser den Wolf nicht in den Schafstall hereinlassen. Also, keine Minarette.

Das Volk hat gesprochen, und sein Wille muß respektiert werden. Das verlangen alle demokratischen Verfassungen. Da sich aber die Zeiten ändern, liegt die Entscheidung nicht beim Volk. Das Prinzip der Religionstoleranz ist Völkerrecht und hat Vorrang. Es zu missachten, bedeutet, sich Unannehmlichkeiten einzuhandeln. Man lebt doch nicht mehr isoliert in zerstreuten Alpendörfern, sondern in einem globalen Dorf, in dem die Zirkulation von Ideen, Waren und sogar Menschen garantiert sind. Umso schlimmer, wenn in einigen Staaten des Mittleren Ostens keine religiöse Toleranz vorhanden ist, die Menschenrechte nicht geachtet werden und Staatsbürger anderer Länder zu Geiseln genommen werden (die Schweiz hat das gerade zu spüren bekommen). Man muss doch einen Beweis für Großzügigkeit liefern, wer weiß, was sonst noch passieren könnte, wenn wegen des Festhaltens der Schweiz an der Demokratie, das Verbot vom Bau von Minaretten angewendet wird? Die Petrodollars könnten auch woanders als in den Schweizer Banken landen. Noch schlimmer, die hier befindlichen könnten abgezogen werden. Sogar die Versorgung der Schweiz mit Erdöl könnte gestört werden. Der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi hat sich bereits dafür eingesetzt (das ist der, der sich selbst huldvoll den Titel „Sohn des Königs der traditionellen afrikanischen Könige, Sultane und Scheichs“ zuerkannte). Es reicht doch, daß man sich bei der Verhaftung von dessen Sohn wegen Mißhandlung seiner Angestellten die Finger verbrannt hat. Außerdem könnten weitere derartige Volksbefragungen diejenigen ermutigen, die die Verbreitung von christlichen religiösen Bewegungen verbieten wollen, selbst wenn einige von ihnen sogar die persönliche Bereicherung als gottgefällig loben. Man muß doch an das Wachstum denken.

Die Welt, besser gesagt die internationale Gemeinschaft, kann nicht zulassen, dass sie durch ein von schweizerischen ultrarechten Parteien organisiertes Referendum lächerlich gemacht wird. Das käme der Legalisierung des Fremdenhasses gleich, wodurch die Prinzipien der Globalisierung verletzt würden. Deshalb muss man anders vorgehen. Wäre es nicht besser, statt Minarette zu verbieten, ihre Errichtung zu genehmigen? Sollte es trotzdem zu einem Konflikt zwischen den Glaubensgemeinschaften kommen und die Stabilität des Landes in Frage stellen, braucht man sich keine Sorge zu machen. Es gibt doch Kräfte, die stets bereit sind, sogar präventiv zu intervenieren. Die Friedenskräfte …

Wäre es da nicht klüger – um einen Präventivschlag zu vermeiden – sich auf die eigenen Kräfte zu verlassen? Durch einen aufrichtigen Dialog zum Beispiel. Diese gute, alte Idee wird doch sonst immer so warm empfohlen. Nicht die üblichen Konferenzen am runden Tisch, wo sich alle immer einig sind, während draußen alles beim Alten bleibt. Nein, wirkliche und offene Kommunikation ist gefragt.

Allem Anschein nach kommt es dabei immer wieder zum Kurzschluss. Es ist unmöglich, einen Dialog zwischen verschiedenen religiösen Denkweisen zu führen, deren Dogmen den Glauben auf die strikte Anwendung von Ritualen und Traditionen reduzieren. Wenn für die hohen Stellen das Ritual nichts anderes als ein Manipulationsmittel, das sie übrigens meisterhaft den Umständen anpassen, oder bei Bedarf sogar der Tagespolitik opfern, ist das für das Volk eine Frage der kollektiven Identifizierung und der Erinnerung an eine idealisierte Vergangenheit und an eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war. Man vergisst dabei die Tatsache, dass alle, auch polytheistische Religionen, Träger von metaphorischen Botschaften sind, die man erst entziffern muss, um ihren Sinn verstehen zu können. Falls überall in der Welt Anstrengungen in dieser Richtung gemacht werden, könnten auch die äußeren Merkmale der Religionen ihren richtigen Platz finden, nämlich jene der Tradition, die einigt, ohne Zwang auszuüben, die erfreut, weil keine Sanktion sie begleitet und die Kommunikation durch gegenseitige Beeinflussung ermöglicht. So gesehen, könnte jede Religion zur Bereicherung des menschlichen Geistes beitragen und dadurch ermöglichen, den Weg für das Engagement zu Gunsten der Verbesserung der Lage der Gesellschaft zu finden. Dann könnte es auch möglich sein, eine solche Stufe der geistigen Evolution zu erreichen, die über die Symbole eines Kultus hinausweist. Sobald man diese Ebene erreichen wird, wird man die Frage der Minarette und Glockentürme anders betrachten, und zwar nicht im Sinne von Konkurrenz und Misstrauen, sondern als Äußerung der Ergänzung und gegenseitigen Vertrauens. Hätte man beizeiten daran gedacht, so wäre das Referendum über die Minarette in der Schweiz möglicherweise anders ausgefallen.

Aber Verzweiflung ist nicht am Platz. Stattdessen soll man sich der Öffnung des Geistes auf allen Ebenen und innerhalb aller Kulturen und Religionen widmen, weil ohne einen offenen Geist kein Dialog, keine Kommunikation, kein gegenseitiges Verständnis und keine Solidarität im Kampf gegen den gemeinsamen Feind möglich ist.

Quelle: Les minarets et la démocratie

Originalartikel veröffentlicht am 15.12.2009

Über den Autor

Vladislav Marjanovic ist ein mit Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt, assoziierter Autor. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9688&lg=de

Written by mohart

6. Januar 2010 at 17:58

Veröffentlicht in Europa

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Euskadi: Die Formel von Saint Jean

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Neue Razia im Baskenland

AUTOR: Atilio BORON

Übersetzt von Isolda Bohler

Im finsteren Argentinien der Diktatur war Denken ein Verbrechen und deshalb waren wir alle von vornherein Verdächtige. Niemand verkörpert diese kriminelle und paranoide Weltanschauung besser als der General Ibérico Saint Jean, der er im Mai 1977 sagte: „Zuerst töten wir alle Umstürzler, dann töten wir ihre Helfer, danach … ihre Sympathisanten, daraufhin … diejenigen, die indifferent bleiben und schließlich töten wir die Zaghaften“.

Diese düstere Reflexion kommt uns beim Lesen der Nachricht über die Razzia von mehr als 650 Beamten der spanischen Polizei und der Guardia Civil, die mit der Festnahme und Überführung nach Madrid von 34 als „Terroristen“ angeklagten jungen Leute aus dem Baskenland endete, sofort ins Bewusstsein. Es stellt sich heraus, dass im überschwenglich als Beispiel eines erfolgreichen Übergangs vom Franco-Regime zur Demokratie gefeierten Spanien jener Gattungsbegriff auf alle Menschen angewandt werden kann, die sich in Euskadi zu denken trauen, dass es gut wäre, eine Verhandlungslösung für den seit Jahrzehnten das Baskenland erschütternden politischen Konflikt zu erlangen, oder die sich zugunsten einer Amnestie aussprechen, oder einfach, die sich erdreisten, ein Ende der Folter zu fordern, die routinemäßig – trotz der zahlreichen Anklagen von internationalen Organisationen – gegen diejenigen angewandt wird, die das Unglück haben, in die Hände der Repressionskräfte des spanischen Staates gefallen zu sein.

Die irrationale Unnachgiebigkeit von Madrid ist sehr gut in den vor kurzem an die baskischen Independentistas (für die Unabhängigkeit) gerichteten Worte des Innenministers zusammengefasst: „Auch im Falle, dass die Izquierda Abertzale (baskische Linke) sagte, sie verurteilten die Gewalt und forderten ihre Legalisierung, wird die Antwort radikal nein sein“. Die gleiche Person stellte zuvor die Independentistas vor die Wahl: „Entweder Wahlstimmen oder Bomben“ und als diese sagten „Wahlstimmen“ und die Kandidatur Iniciativa Internacionalista (Internationale Initiative) für das europäische Parlament präsentierte, wendete dieser heilige Mann, Demokrat bis ins Mark, die Garrote vil (Würgschraube) des Parteiengesetzes an und verurteilte sie zu permanenter Illegalität. Nachdem für diejenigen, die nicht wie Madrid denken, alle legalen Wege geschlossen sind, ist die Schlussfolgerung zu ziehen, wofür man kein Weiser zu sein braucht, dass sich die außerlegalen Wege durch die wachsende Unterstützung von vielen stärken werden, die in Euskal Herria nicht bereit sind, auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu verzichten, da dies eine historische Eroberung ist, die sich der spanische Staat stur anzuerkennen weigert, denn er erlaubt nicht mal eine Art „vierte Urne“, so wie es sich Zelaya in Honduras vorstellte, damit das Volk, unanfechtbarer Souverän jeder Demokratie, die dieses Namens würdig ist, sagt, ob es befragt werden möchte oder nicht.

Die für die argentinischen Militärs so teure allgegenwärtige Terrorismus – Doktrin wurde dieses Mal gegen die Jugendorganisation Segi angewandt. Das tragikomische an all diesem schildert einmal mehr die Tageszeitung El País (unverdienterweise ein angesehenes Kommunikationsmedium, ein weiterer Journalistenmythos), als sie ihre Leser informierte, mit Hilfe von „terroristischem Vandalismus suchte Segi den Druck auf die sogenannten vorrangigen „Kämpfe“ zu erhöhen: Den Aufbau eines „baskischen Staates“ und der Kampf gegen den Hochgeschwindigkeitszug, das Erziehungsmodell in Euskadi und die Immobilienspekulation.“ Wie der Leser erkennen kann, hatten diese jungen Gefangenen nicht nur einen revolutionären Terminkalender, sondern auch einen terroristischen: Gegen den Hochgeschwindigkeitszug zu sein, der die Umwelt zerstören und ganze Gebiete des Landes teilen wird, ist eine unleugbar zerstörungswütige und terroristische Handlung, das gleiche gilt für die Diskussion über das Erziehungsmodell, etwas das überall in Europa gemacht wird und für die Bekämpfung der Immobilienspekulation, der Verursacherin großer Probleme in Spanien und dem Baskenland.

In Segi sind in großer Mehrzahl junge Independentistas der Universität organisiert, die aktiv mit verschiedenen, Arbeit für die Gemeinschaft machenden, Gruppen verbunden sind. Als ob es eine Beleidigung wäre, teilten die offiziellen Medien mit, dass einige dieser Wandalen „Posten als Studentenvertreter an der Universität begleiteten“. Laut Erklärungen aus dem Innenministerium wurden sie festgenommen, weil „sie mutmaßlich verantwortliche Funktionen in Segi ausübten“. Das heißt, man nimmt die Begehung einer Straftat an und das genügt, die Verdächtigen bei einer wie im Argentinien jener Jahre der Diktatur durchgeführten Razzia im Morgengrauen und von vermummtem Personal festzunehmen. Es genügt, die Beschuldigten mit irgendeiner Person oder Organisation, die in der Vergangenheit legal handelte, aber das Unabhängigkeitsprojekt verteidigte, in Beziehung zu setzen, um als Terrorist betrachtet zu werden. Es genügt, ein strategisches Projekt der Unabhängigkeit und des Sozialismus zu teilen – auch wenn die gewalttätigen Methoden zu ihrem Erreichen verurteilt werden und auf die Taktiken von Mahatma Gandhi gesetzt wird -, damit das ganze Gewicht der „Gerechtigkeit“ auf die Angeklagten zurückfällt. Denken und träumen sind unverzeihliche Delikte. Mittels dieser juristischen Ungeheuerlichkeit wird die Person, nicht ihre Handlungen, bestraft. Die Logik aus diesem rückschrittlichen Konzept ist eine Gerechtigkeit, die keine Habeascorpusakte anerkennt, die Arbeit der Verteidiger behindert, die Anwesenheit eines Vertrauensarztes verhindert, fünf Tage Isolation ohne Benachrichtigung des Aufenthaltsortes an die Familie etabliert, die Folter und Misshandlung legalisiert und die Beschuldigten eines Prozesses außerhalb der ordentlichen Gerichtsbarkeit an einem aus der Epoche des Franco Regimes geerbten Ausnahmegerichts unterzieht.

Die Menschenrechtsverletzungen, die Madrid täglich in Euskadi begeht, sind nicht wieder gutzumachend und mit der Demokratie unvereinbar. Beweise: Erstens, der den Fall führende Richter an der Audiencia Nacional, Fernando Grande – Marlaska, lehnte die Petition der Verteidiger ab, für die Festgenommenen das „Protokoll Garzón“ anzuwenden, das festlegt, dass sie von einem Arzt ihres Vertrauens betreut werden, dass die Festnahmeperiode aufgezeichnet wird, und dass die Familienangehörigen in jedem Augenblick über den Aufenthalt und den Zustand der Verhafteten informiert werden. Aus einem bestimmten Grund wird er es abgelehnt haben. Zweitens: Es verwundert, zu konstatieren, dass die spanische Regierung in gewissen Aspekten das macht, was sich die argentinische Diktatur nicht zu tun traute. Zum Beispiel: Das Verbot des von Familienangehörigen, Freunden und Solidaritätsbewegungen gemachten öffentlichen Zeigens von Fotografien der Opfer der Repression ist eine subtile Art, auf die man Personen „verschwinden“ lassen will, weniger kriminell zwar als die, die wir in Argentinien kennen, aber auch die Menschenrechte verletzend. Deshalb wurden in vielen Kneipen, die es in ganz Euskal Herria gibt, die Fotos der in spanischen Gefängnissen gefangenen Independentistas durch die Gesichtssilhouetten ersetzt.

Indem der spanische Staat die politische Abtrünnigkeit, das politische Anders – Denken, und die Aspiration nach Unabhängigkeit kriminalisiert, sackt er wieder in seine schlimmsten Traditionen ab, die in der unheilvollen Verbindung von Kreuz und Schwert verkörpert sind. Traditionen, die drei Jahrhunderte lang die Völker unseres Amerikas nach der Eroberung erlitten und die in Argentinien im Diskurs und in der Praxis der Militärdiktatur wieder auftauchten: Die Subversiven, ihre Helfer, ihre Sympathisanten, die Indifferenten und die Zögerlichen zu töten. Eine höllische Eskalation des Todes und der Zerstörung, das dieses Land in ein Blutbad versinken ließ, aber auf die Dauer durch die Kapazität des Widerstands und des Kampfs der Opfer besiegt werden konnte. Madrid stände es gut an, die Geschehnisse in Argentinien zu studieren und aus den großen Lektionen unserer Geschichte zu lernen: Erstens, dass die Repression steigende Kosten und fallende Abschreckungseffizienz hat, und dass sie deshalb nicht zur Lösung von sozialen oder politischen Problemen, wie die baskische Frage sie hervorruft, dient; zweitens, wenn er nicht früh genug, ehe es zu spät ist, die Anwendung der „Saint Jean Formel“ stoppt, um den Unabhängigkeitsbestrebungen der Basken begegnen, könnte die Zukunft der diversen Völker und Nationen, die auf schwierige Weise und konfliktreich im spanischen Staat zusammenleben, die Charakteristiken einer Tragödie in nicht dagewesenen Ausnahmen annehmen.

Quelle: Der AutorLa fórmula Saint Jean

Originalartikel veröffentlicht am 27.11.2009

Über den Autor

Isolda Bohler ist ein Mitglied von Tlaxcala, dem internationalen Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, die Übersetzerin als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9572&lg=de

Written by mohart

21. Dezember 2009 at 18:26

Veröffentlicht in Europa, Terror / Krieg

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USA versuchen wahre Absichten zu verbergen

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Washington modifiziert Dokument der US-Luftwaffe, welches in Lateinamerika zu großem Protest geführt hatte

Von Eva Golinger, Übersetzung: Regina Ellwanger
venezuelanalysis.com (27.11.2009), amerika21.de

Eine brisante Kongressvorlage der US-Luftwaffe aus dem Mai 2009 wurde am 16. November 2009 in geänderter Form erneut veröffentlicht. Dahinter steht die Absicht, Washingtons militärische Ziele in Südamerika zu verbergen. Das ursprüngliche Dokument hatte tiefe Besorgnis in Lateinamerika hervorgerufen. Es enthielt die Rechtfertigung eines Antrages über 46 Millionen US-Dollar zur Verbesserung der Militäranlagen der sieben kolumbianischen Armeestützpunkte, die Washington laut dem am 30. Oktober unterschriebenen Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA besetzen wird. Die Autorin dieses Artikels hatte dieses Papier am 4. November aufgedeckt und angeprangert. In dem überarbeiteten Dokument wurden nun alle Verweise auf Krieg und Militäroperationen in der Region sowie die beleidigende Ausdrucksweise gegenüber Kolumbiens Nachbarländern Venezuela und Ecuador entfernt. Washingtons Absichten bleiben aber dennoch die gleichen.

Das ursprüngliche Luftwaffen-Dokument, datiert auf Mai 2009, stellte die Bedeutung des kolumbianischen Militärstützpunktes Palanquero für „umfassende Operationen“ in ganz Südamerika heraus. Es beschrieb auch die Notwendigkeit der Investition von 46 Millionen US-Dollar, um die Flugplätze, Start- und Landebahnen sowie weitere wichtige Einrichtungen auf der Basis zu verbessern und sie so zu einer Cooperative Security Location (CLS, kleinste Stufe eines US-Militärstützpunktes im Ausland, d.Red.) für US-amerikanische Militäroperationen in der Region umzuwandeln.

Originaldokument der US-Luftwaffe, Mai 2009:

„Die Einrichtung einer Cooperative Security Location (CLS) in Palanquero ist die beste Unterstützung der Theater Posture Strategy der COCOMs (Regionalkommandos) und zeigt unser Engagement in dieser Beziehung. Die Entwicklung dieses CLS bietet eine einmalige Gelegenheit, umfassende Operationen in einer kritischen Teilregion unserer Hemisphäre durchzuführen, in der Sicherheit und Stabilität ständig durch Rauschgift-finanzierte Aufstände, Anti-US-Regierungen, vorherrschende Armut und wiederkehrende Naturkatastrophen bedroht sind.“

Das auf den 16. November 2009 datierte US-Luftwaffen-Dokument wurde dem Kongress unter dem Titel „Nachtrag zur Reflexion der Bestimmungen des am 30. Oktober unterzeichneten Kooperationsabkommens in Verteidigungsfragen zwischen den USA und Kolumbien“ vorgelegt. In diesem wurde die ursprüngliche Ausdrucksweise verändert, indem Schlüsselwörter und Hinweise, die tiefe Bedenken in der Region ausgelöst hatten, entfernt wurden. Es erwähnt die Einrichtung einer Cooperative Security Location (CLS) in Palanquero nicht mehr, bezieht sich aber ständig auf Palanquero als „Standort“ unter Beibehaltung der ursprünglichen Absichten. Des Weiteren wird der Etatantrag nur um 3 Millionen auf 43 Millionen US-Dollar reduziert, was beweist, dass das ursprüngliche Projekt fast zur Gänze erhalten bleibt. Der Kongress hatte bereits vorher den ursprünglichen Antrag des Pentagons vom Frühjahr über 46 Millionen US-Dollar gebilligt, sofern das Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien endgültig unterzeichnet werde; das geschah am 30. Oktober. Doch das Dokument vom 16. November unternimmt den Versuch, die eigentlichen Interessen zu verschleiern, indem die provokative Sprache bezüglich „umfassender Militäroperationen in einer kritischen Teilregion“, in der Sicherheit und Stabilität unter ständiger Bedrohung durch „Anti-US-Regierungen“ stünden, gelöscht wurde. Speziell diese Ausdrücke entzündeten unmittelbare Besorgnis und Beschwerden gegenüber Washingtons Absichten, Kolumbien als Ausgangsbasis zu nutzen, um Länder wie Venezuela anzugreifen, die fälschlicherweise von vielen als „antiamerikanisch“ angesehen werden.

Modifiziertes Dokument der US-Luftwaffe, 16. November 2009:

„Das Projekt in Palanquero bietet optimale Unterstützung für die Theater Posture Strategy der Regionalkommandos (COCOMs) und zeigt unser Engagement in dieser Beziehung [mit Kolumbien]. Die Entwicklung dieses Projekts bietet die einmalige Gelegenheit, einen wichtigen Partner in einer Region der westlichen Hemisphäre zu unterstützen, in der Sicherheit und Stabilität ständig durch Rauschgift-finanzierte Terroristen-Aufstände, vorherrschende Armut und wiederholte Naturkatastrophen bedroht sind.“

Das ursprüngliche US-Luftwaffendokument kennzeichnet Palanquero als den perfekten Standort zur Umsetzung der globalen US-Mobilitätsstrategie, da es „Zugang zum gesamten südamerikanischen Kontinent bietet.“

Originaldokument der US-Luftwaffe, Mai 2009:

„Palanquero ist ohne Zweifel der beste Standort, um in Kolumbiens Infrastruktur zu investieren. Seine zentrale Lage ist in Reichreichte der Einsatzgebiete, seine Abgelegenheit maximiert die Betriebssicherheit (OPSEC) und den Schutz im Einsatz und macht die US-Armeepräsent äußerst unauffällig. Die Absicht besteht darin, die bestehende Infrastruktur bestmöglich zu unterstützen, die Möglichkeit der USA auf eine schnelle Krisen-Reaktion zu verbessern, sowie mit minimalen Kosten regionalen Zugang und Präsenz zu sichern. Palanquero unterstützt die Beweglichkeit von Missionen, indem es mit Ausnahme des Kap Horns Zugang zum gesamten südamerikanischen Kontinent bietet.“

Das auf den 16. November datierte überarbeitete Dokument ist von allen Hinweisen und Ausdrücken in Bezug auf die „Beweglichkeit von Missionen“ und den „Zugang zum gesamten südamerikanischen Kontinent“ bereinigt. Dennoch bleibt die globale Mobilitätsstrategie offizielle Militärpolitik und Verteidigungsstrategie des Pentagons. Das beweist dessen Weißbuch: die momentane globale Strategie des Air Mobility Command der US-Luftwaffe und der Anfang 2009 eingereichte Etatantrag des Pentagons und dessen Begründung. Beide Dokumente beziehen sich spezifisch auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Besetzung des Palanquero-Stützpunktes in Kolumbien, um den USA globale Mobilität für militärische Operationen und Missionen zu garantieren.

In dem modifizierten Dokument vom 16. November 2009 sind außerdem alle ursprünglichen Ausdrücke bezüglich Geheimdienst-, Überwachungs- und Aufklärungseinsätzen entfernt, die von der Palanquero-Basis aus durchgeführt würden. Zusätzlich wurden alle Hinweise zum „regionalen Zugang“ im Zusammenhang mit „Theater Security Cooperation“ und Spionierende Kriegsführungsfähigkeit („Expeditionary Warfare Capability“) in der Region herausgenommen.

Originaldokument der US-Luftwaffe, Mai 2009:

„Die Entwicklung dieses CSL wird die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Kolumbien voranbringen und liegt im Interesse beider Nationen. (…) Unsere Präsenz dort wird auch die Möglichkeiten zur Überwachung und Aufklärung (ISR) verbessern, die globale Reichweite erhöhen, logistische Anforderungen unterstützen, Partnerschaften verbessern, Theater Security Cooperation verbessern und die Expeditionary Warfare Capability ausweiten.“

Modifiziertes Dokument der US-Luftwaffe, 16. November 2009:

„Der Zugang zu Kolumbien wird seine strategische Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten vorantreiben. Palanquero ist ohne Zweifel der beste Standort, um in die Entwicklung von Infrastruktur innerhalb Kolumbiens zu investieren. Seine zentrale Lage ermöglicht die Erreichbarkeit von Gebieten mit Operationen gegen Drogenterroristen; die bestehende Start- und Landebahn sowie Flugplatz-Anlagen werden Baukosten reduzieren; seine Abgelegenheit maximiert die Betriebssicherheit (OPSEC) und den Schutz im Einsatz und macht die US-Armeepräsent äußerst unauffällig. Die Absicht besteht darin, die bestehende Infrastruktur bestmöglich zu unterstützen, die Möglichkeit der USA auf eine schnelle Krisen-Reaktion zu verbessern, sowie mit minimalen Kosten Zugang und Präsenz zu sichern. Die Rollbahn sowie Vorfelder sind unzureichend und schränken in ihrem momentanen Zustand die Operationsmöglichkeiten dieses Standortes stark ein. Darüber hinaus müssen die Betriebs- und Supporteinrichtungen ausgeweitet werden, um einer großen Bandbreite an Luftfahrzeugen zu dienen, die einvernehmlich vereinbarte Aktionen nach sich ziehen könnten.“

Trotz der Überarbeitung des US-Luftwaffendokuments mehr als sechs Monate nachdem das Original dem Kongress vorgelegt wurde, bleiben die Absichten hinter dem US-Militärabkommen mit Kolumbien die gleichen. Es gibt keine Hinweise auf einen Wandel in der globalen Mobilitätsstrategie des Pentagons – sie ist gegenwärtig offizielle Regierungspolitik innerhalb der Strategie der Globalen Verteidigungshaltung (Global Defense Posture, GDP). Die kolumbianische Militärbasis in Palanquero wurde in verschiedenen Pentagon-Dokumenten mehrmals als der perfekte Standort – eine einmalige Gelegenheit – bezeichnet, um kontinentalen Zugang in Südamerika zu garantieren und so umfassende Militäroperationen in Lateinamerika zu ermöglichen.

Washington kann versuchen, seine Ausdrucksweise in Bezug auf Kriegsabsichten, Spionage und Militäroperationen in Lateinamerika zu ändern, jedoch nicht die Wahrheit. Das Originaldokument der US-Luftwaffe vom Mai 2009 bleibt Hauptrechtfertigungsgrund für das Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien.

Den Originalartikel von Eva Golinger in englischer Sprache, veröffentlicht bei venezuelanalysis.com, finden Sie hier. Links

Quelle: amerika21.de

Written by mohart

12. Dezember 2009 at 16:17

Institutionalisierter Voyeurismus

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von Amira Hass

Es ist keine Überraschung, dass die öffentliche Debatte über das Gesetz für eine biometrische Datenbank die Tatsache ignoriert, dass die israelischen Behörden die Palästinenser anstacheln, ihre biometrischen Daten, Hand- und Fingerabdrücke, Gesichtszüge – Abstand zwischen Augen und Nase – weiterzugeben. Seit 2005 sind solche Daten in den magnetischen Karten enthalten, die seit 1989 als zusätzliche Identitätskarten für Palästinenser eingeführt wurden.

Bis Juni 2008 war eine Magnetkarte – zusammen mit der Standard-Identitätskarte – auch ein Beweis dafür, dass die israelischen Behörden keine sicherheitsbezogenen Ansprüche gegenüber dem Kartenbesitzer haben. Er oder sie konnten einen Antrag stellen für eine Reise nach Israel, Gaza, die Westbank oder zu jüdischen Siedlungen und sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erhalten. Vor anderthalb Jahren als die palästinensische „Biometrisation“ eingeführt worden war und sie die Situation begriffen hatten und hofften, dies würde die Bewegungsfreiheit und die Möglichkeiten verbessern, haben die israelischen Behörden ihre ursprüngliche Funktion der Magnetkarte völlig verändert. Sie hörte auf, für den Besitzer ein Beleg dafür zu sein, dass ihm ein Zutritt ( wegen feindseliger Aktivitäten) nach Israel nicht verweigert wird . Stattdessen wurde die Karte in ein Ding verwandelt, um Informationen zu sammeln.

Dieses invasive Dokument wird nun zusätzlich bei der raffinierten und institutionalisierten Kontrolle, Quarantäne und Überwachung benützt, denen Israel die besetzte palästinensische Bevölkerung aussetzt. Diese Institution besteht aus territorialen Einheiten verschiedener Größen. Der Gazastreifen und das besetzte Ost-Jerusalem sind territoriale Einheiten. Genau so auch die Enklaven der Dörfer und Städte, umgeben vom Meer der Zone C (61% der Westbank, unter israelischer Sicherheits- und Verwaltungskontrolle), eingeklemmt zwischen Siedlerkolonien und dem Sicherheitszaun. Betonmauern, Stacheldraht, Beobachtungstürmen, Hunderten von Straßensperren aus Felsen- oder Erdhügeln, militärischen Kontrollpunkten, die an den wenigen Zugängen einer jeden territorialen Einheit liegen. Dies sind die sichtbaren architektonischen Konturen institutionalisierter Quarantäne.

Die Techniken der Überwachung sind eingerichtet, um ständig über jedes Individuum Informationen zu bekommen. Da gibt es streng technische Methoden wie z.B. feste Kameras, unbemannte Flugobjekte, Ballone, Abhörgeräte, Helikopter. Es gibt noch andere Methoden, die direkt aus der Realität der Besatzung herrühren – das palästinensische Bevölkerungsregister z.B. ist unter der Kontrolle des israelischen Innen- und Verteidigungsministeriums. Die Informationen über palästinensische Identitätskarten und Pässe – Geburtsdatum, Adressen, Personenstand, Zahl der Kinder – ist nur gültig mit dem Stempel dieser Ministerien. Wenn die IDF in ein privates Haus oder in ein öffentliches Gebäude einbrechen, konfiszieren sie wertvolle Dokumente, Hardware von Computer, komplette Archive und Korrespondenz.

Dann gibt es noch die personifizierten Techniken, Daten zu sammeln. Eine ganze Armee ist damit beschäftigt, Spionage- und Detektivarbeit zu leisten: Inspektoren des Nationalen Versicherungsinstitutes und Jerusalems Gemeindeakte in Ostjerusalem; Shin-Beth-Offiziere, Experten für „Arabische Angelegenheiten“, der Zivilverwaltung und ihre Feldinspektoren; Flughafenangestellte; und palästinensische Kollaborateure.
Sogar scheinbar freundliche Gespräche mit palästinensischen Behördenangestellten ergeben reichliche Informationen. Jede Antragsnachfrage ist begleitet von einer Art Verhör. Die israelischen Behörden wissen über die intimsten Probleme von Ehepaaren Bescheid, über ihre Cousins und Freunde im Ausland, wo sie arbeiten, wer der Nachbar ist, über den letzten Willen und die Testamente, Krankenhausaufenthalte. Solche Informationen gelangen in die Hände von Shin Beth-Offizieren, die für bestimmte Gebiete verantwortlich sind, Koordinatoren der „Zivilverwaltung“ und Armeebrigade-Kommandeure, die detaillierte Karten haben, in denen jedes Haus eingezeichnet ist und deren Bewohner bekannt sind.

Seit Jahren entwickelte Israel eine ganze Industrie von institutionalisiertem Voyeurismus . Es ist ein bürokratischer Apparat, der Hightech benützt, der nicht nur seine Kontroll-Methoden verbessert, sondern auch die Rechtfertigung für diese bestehende Kontrolle herstellt.

Die israelische Gesellschaft erfreut sich an diesen professionellen Voyeuren und ihrer Erklärung, dass dies mit ihrem Sicherheitsbedürfnis zu tun hat. Doch die Wahrheit ist, dass bei dieser vollkommenen Kontrolle über die Bewegungsfreiheit und persönliche Information und der Fragmentierung der Gebiete in getrennte Einheiten, Israel eine Institution geschaffen hat, deren Ziel es ist, die palästinensische Öffentlichkeit zu beherrschen und zu disziplinieren und durch wirtschaftliche und emotionale Mittel zu erpressen. All dies ist beabsichtigt, um den palästinensischen Widerstand so weit als möglich einzuschränken und seine Führung dahin zu bringen, sich Israel zu ergeben.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs

Quelle: Znet

Written by mohart

6. Dezember 2009 at 07:07

Veröffentlicht in Naher Osten

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Warum können wir mit Hamas über Shalit reden, aber nicht über Frieden?

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von Gideon Levy

Warum ist es gestattet, über das Schicksal eines gefangenen Soldaten und mehrere Hundert andere Gefangene mit der Hamas zu reden, aber verboten, mit ihnen über das Schicksal von zwei Völkern zu reden? Nie war Israels Logik so verzerrt. Jetzt, wo unsere Herzen mit Freude dem positiven Ausgang des Deals entgegenfiebern, wenn jedes menschliche Herz der Entlassung Gilads entgegensieht – und auch der Entlassung von Hunderten von palästinensischen Gefangenen, einige von ihnen politische Gefangene, und nicht „Terroristen mit Blut an ihren Händen“ – jetzt wird es endlich Zeit, uns von einigen törichten Verboten zu befreien, die wir uns und der ganzen internationalen Gemeinschaft auferlegt haben.

Nun ist klar, dass es da jemanden gibt, mit dem man reden kann. In Gaza und Damaskus sitzen zähe aber vernünftige Politiker. Auch sie sind besorgt – auf ihre Weise – über das Schicksal ihres Volkes, dem sie Freiheit und Gerechtigkeit bringen wollen. Wenn der Deal abgeschlossen ist, werden wir entdecken, dass man sie beim Wort nehmen kann. Ginge es nicht um die Tatsache, dass Israel Zehntausende Gefangene festhält, von denen einige begründete Mittel benützen, um gerechte Ziele zu erreichen – die aber anders verurteilt werden als jüdische Mörder und Kriminelle – dann hätte die Hamas vielleicht nicht die Waffe des Kidnapping benützt.

Wenn es nicht die israelische Belagerung des Gazastreifens und den internationalen Boykott gegen alles, was nach Hamas riecht, gegeben hätte, vielleicht hätte die Organisation gar keine Qassams angewendet. Aber Israel besteht darauf, seinen eigenen Weg zu gehen: es hat mit der ‚Operation Sommerregen’ begonnen, um Shalit zu befreien, was aber misslang; Es wurde eine Belagerung über den Gazastreifen verhängt, Druck für seine Befreiung auszuüben. Auch das misslang. Als Israel seine Fehler erkannte, für die 1,5 Millionen Menschen mit Leib und Seele büßen, schlug Israel den einzig richtigen und effektiven Weg ein: diplomatische Verhandlungen. Ja, wir tun das, was wir uns selbst verweigerten: Verhandlungen mit der Hamas – und der Himmel stürzte nicht ein. Weder direkt noch indirekt. Es gibt Gespräche – ob wir die Hamas anerkennen oder nicht, es gibt Verhandlungen. Für uns wie gewöhnlich, kommt die Methode, die zuerst kommen sollte, zu allerletzt. Erst wenn wir alles andere versucht haben: töten, zerstören, verhungern lassen, gehen wir den direkten Weg: Verhandlungen. So war es mit Ägypten und so war es mit der PLO.

Wenn der Deal zu ende gebracht ist, wenn Shalit und der gefangene palästinensische Führer Marwan Barghouti zurückkehren, muss Israel ein neues Kapitel mit der geächteten Organisation eröffnen. Es wird nicht einfach für uns sein. Es ist eine fundamentalistische Organisation, die über eine Hudna/ vorläufige Waffenpause spricht, nicht über Frieden. Vielleicht ist dies der Preis für die törichte Zerstörung, die Israel gegenüber den Institutionen der Palästinensischen Behörde und der PLO verübte, die natürlich viel bessere Gesprächspartner hatte. Aber das ist passiert und Hamas lebt und stößt um sich – ein Grund für Israels harte Hand. Glaubt noch einer ernsthaft, dass Israel die Hamas-Herrschaft mit Gewalt besiegt? Wir waren doch nicht einmal in der Lage, sie zu schwächen – im Gegenteil.

Israel mit seinem hochmütigen „Ohne Bedingungen“ muss sich nun mit einem Aufruf an die Hamas wenden, mit Verhandlungen zu beginnen, am besten mit einer palästinensischen Einheitsregierung, unter dem Vorsitz eines befreiten Barghouti. Es ist möglich . Da muss man nicht nach Anerkennung des Verhandlungspartners fragen – wir haben die Hamas schon längst anerkannt, und sie hat uns anerkannt. Israel muss die kriminelle Belagerung gegen den Gazastreifen aufheben und die internationale Gemeinschaft aufrufen, auch den von Israels Führung auferlegten Boykott gegen die Hamas aufzuheben. Die Sorge und Angst der Diplomaten, mit Vertretern der Hamasorganisation zu reden, weil Israel sonst gegen sie handeln könnte, reicht auch. Wir verbieten dem französischen Außenminister und allen Staatsmännern der Welt, mit der Hamas zu reden, aber lechzen nach den Diensten des deutschen Vermittlers, der mit der Gruppe spricht. Warum wohl?

Nach der Gefangenenentlassung wird nichts die Hamas auf den konstruktiven Weg bringen als die Rehabilitierung – den Weg der Zerstörung und der Verzweiflung hat sie hinter sich. Die $ 4.4Milliarden, die die internationale Gemeinschaft vor acht Monaten bei der Geberkonferenz in Sharm al-Sheik mit Pomp und Pathos zur Rehabilitierung des Gazastreifens versprochen hat, liegen noch in den Banktresoren, als ob es kein Versprechen gegeben hätte. Nun ist es an der Zeit, dies weiterzugeben.

Ein freier Gazastreifen, der rehabilitiert wird, ist viel weniger explosiv. Eine Hamas, die eifrig damit beschäftigt ist, wieder aufzubauen, wird sich anders benehmen, besonders wenn ihr politisch eine Perspektive angeboten wird. Sie hat viel mehr zu verlieren, was man über das heutige Gaza kaum sagen kann. Nachdem wir die Daumen für Shalits Entlassung gedrückt haben, müssen wir genau diese Hände öffnen und der Hamas die Hände zum Frieden reichen.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs

Quelle: Znet

Written by mohart

4. Dezember 2009 at 19:41

Veröffentlicht in Naher Osten, Terror / Krieg

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